Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin oder auch: eine Spreefahrt die ist lustig...

Von Denis Bryll |01.09.2017

Berlin

Unsere Hauptstadt ist sowohl per Flugzeug, als auch mit dem Zug hervorragend und in der Regel preiswert zu erreichen.
Berlin ist wohl eine der günstigsten Hauptstädte Europas. In dieser Stadt kann man gut und günstig wohnen (z.B. Art'otel Kudamm, Best Western Spittelmarkt) und leben. Die Lokale sind nicht überteuert. Die Nebenkosten sind erschwinglich. Es geht natürlich auch anders. Wer z.B. im geschichtsträchtigen Hotel Adlon wohnen möchte und Designer Mode und Schmuck sucht, sollte ein gut gefülltes Bankkonto sein Eigen nennen. 

Der Berliner hat seine eigene Sprache und seine eigene Art. Man muss beides mögen. Das fällt in der Regel nicht schwer. Das schnoddrigge, laute, manchmal provokante Verhalten hat etwas Lässiges und darf nicht zu ernst genommen werden. In Berlin heißt die Frikadelle Bulette, der Berliner (Krapfen) nennt sich Pfannkuchen, Brötchen sind Schrippen. Das Kanzleramt nennt der Berliner die Waschmaschine. Es gibt noch die schwangere Auster, den Tränenpalast, Telespargel, Palazzo Prozzo, die Kommode... Berliner Schnauze halt. 
Berlin ist die Stadt der Geschichte, der Kultur, der Currywurst, des Nachtlebens, des Glamours... Berlin vereint so viele Möglichkeiten, wie kaum eine andere Stadt. Berlin macht Spaß. Besonders genießen kann man eine Stadt dann, wenn man bereits schon mindestens einmal dort war. So entfällt der Stress, unbedingt alle wichtigen Sehenswürdigkeiten sehen zu wollen. So bleibt Zeit, sich einfach einmal hinzusetzen, auszuruhen und den Moment aufzunehmen, den Augenblick zu erleben und die Atmosphäre zu spüren. 
In Berlin bewegt man sich vorzugsweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die sind z.B. mit einem Tagesticket gut und günstig. Eine Fahrt mit einem typischen Berliner Taxifahrer ist allerdings ebenso ein Erlebnis.

Wer das Glück haben sollte, Berlin bei schönem Wetter zu besuchen, dem steht die Stadt offen. Man kann z.B. nach dem Besuch des Denkmals für die ermordeten Juden Europas (sehr eindrucksvoll) zum nahegelegenen Brandenburger Tor laufen und von dort aus am Hotel Adlon vorbei und Unter den Linden entlang bis zum Berliner Dom (Museumsinsel). Von hier lohnt eine Spreefahrt. Sie dauert ca. eine Stunde. Nach der kurzweiligen, informativen Fahrt ist der Weg in das nahgelegene, sehr schöne Nikolaiviertel nicht weit. Hier befindet man sich in einer anderen Welt, weit ab von allem Trubel. 
Unbedingt gesehen haben sollte man die Hackeschen Höfe. Sinnvoll ist es die Höfe von hinten (Hof 8) nach vorne zu besichtigen, denn der Hof 1 ist der schönste und lädt zum verweilen ein. Hier kann man eine Kleinigkeit essen bzw. trinken oder sich ein hervorragendes Eis bei Dulce Chocolate & Ice Cream gönnen (definitiv eine Sünde wert). Von hier ist der Hackesche Markt nicht weit und auch hier wäre es schade, wenn man sich nicht die Zeit nähme, Platz zu nehmen und in einem der unzähligen Lokale (z.B. im Weihenstephaner) zu pausieren und die Leute zu beobachten. 

Der Gendarmenmarkt ist wahrscheinlich der schönste Platz von Berlin. Hier gilt, sehen und gesehen werden. Direkt vor dem Hilton Hotel befindet sich das zum Hotel gehörige Dom Curry. Hier bekommt man eine der besten und interessantesten Currywürste der Stadt. Neben der klassischen Currywurst kann man hier zwischen einer Wurst aus Straußenfleisch, Bio-Büffel, mit Kräutern oder aus Fisch wählen. Es gibt verschiedene Brötchensorten und die Bio-Fritten können mit einer leckeren Zitronenmayonnaise bestellt werden.
Viele der bekanntesten Lokale sind von hier um die Ecke. Allen voran das Borchardt als Promilokal Nr. 1. Es ist vielen schleierhaft, so auch mir, wieso ausgerechnet dieses Restaurant so beliebt bei den Reichen und Schönen ist. Denn das Essen ist anständig, aber bei Weitem keine Gourmetküche. Wer das Borchardt besucht, sollte nicht nur Wert auf feines Essen legen, denn dann würde er wahrscheinlich enttäuscht. Es macht hier die Mischung. Hier sieht man echte Prominente und Möchtegernprominente oder auch die, die sich einen reichen Partner angeln möchten. Das Ambiente ist angenehm, die Bedienung freundlich und unterhaltsam. Die Spargelcremesuppe war ein Gedicht, die Fines de claire schmeckten erwartungsgemäß nach guten Austern und die Crème brûlée kann man geschmacklich kaum besser zubereiten. Das von allen als bestes Wiener Schnitzel der Stadt gepriesene panierte Kalbfleisch war zwar riesig, aber geschmacklich langweilig und somit enttäuschend. Den zugehörigen übrigens sehr leckeren Kartoffelsalat musste man mit der Lupe suchen. Das Steak Tartar war gut aber nicht preisverdächtig. Die Weinkarte ist gut sortiert und es findet sich auch ein Tropfen für diejenigen, die kein Vermögen für gekelterte Trauben ausgeben möchten. Das gezapfte Bier allerdings war mit 6,- € für 0,3l unverschämt. Ein Abend bei Borchardt ist, wenn man so will, wie ein Theaterbesuch. Es lohnt sich durchaus. Eine Reservierung für den Abend ist natürlich Pflicht, sonst setzt einen der Türsteher direkt wieder an die Luft. Unbedingt im Hauptraum reservieren oder bei schönem Wetter im Innenhof. 
Wer schon immer das weltweit größte Helmut Newton Foto sehen wollte und dazu einen guten Cocktail schlürfen möchte, der ist in der Newton Bar am Gendarmenmarkt genau richtig. Ansonsten kann man sich auch noch einen Absacker im Augustiner am Gendarmenmarkt genehmigen.

Die Geschichte Berlins ist unter anderem geprägt durch die Zeit der Mauer. Ein sehr gelungenes Beispiel, dem Berlin-Besucher diese Zeit näherzubringen, ist die Gedenkstätte Bernauer Straße. Während man über den früheren Todesstreifen spaziert, sieht man hier Bilder von verschiedenen Fluchtversuchen und liest die Geschichten dazu. Von Fenstersprüngen in den Westen bis hin zu den Fluchttunnelerbauern bekommt man hier ein kleines Bild davon, wozu die Menschen bereit waren, um in den rettenden Westen zu gelangen. Hier befindet sich auch noch ein längeres Stück der Originalmauer inkl. Grenzstreifen und Wachturm. Dem gegenüber steht ein Aussichtsturm, von dem man von einer Plattform in diesen erhaltenen Mauerbereich blicken kann.
Interessante Museen gibt es natürlich zu Hauf. Das Pergamonmuseum beherbergt die bekannteste Ausstellung. Aber auch die HumboldtBox oder die Story of Berlin mit anschließendem Besuch eines Atombunkers sind hochinteressant, wie unzählige andere Museen auch.
Der Checkpoint Charlie ist zwar relativ unspektakulär, doch in der Nähe startet der Welt-Ballon. Für 19,- € pro Person kann man für 15 Minuten Berlin aus der Vogelperspektive betrachten. 
Eine Besichtigung des Reichstages muss zuvor angemeldet werden. Wer aber den Tag mit einem guten Frühstück beginnen und unmittelbar danach die Kuppel des Reichstages erleben möchte, der reserviert sich einen Tisch im Käfer-Restaurant auf dem Dach des Reichstagsgebäudes. Es gibt verschiedene Frühstücksvarianten. Alle sind sehr gut. Das Personal ist sehr freundlich und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.

Neben dem vielen Besonderen was Berlin zu bieten hat, gibt es die "Berliner Unterwelten". Hier werden verschiedene Touren unterhalb der Oberfläche Berlins angeboten (z.B. Luftschutzbunker aus dem zweiten Weltkrieg). Diese Führungen sind hochinteressant, zum Teil erschütternd und zum Teil sehr unterhaltsam. Die Informationen werden fesselnd vorgetragen. 
Eine Stadtrundfahrt der etwas anderen Art kann man als Trabant-Selbstfahrer buchen. Bei dieser Trabi-Safari fährt man als Kolonne durch die Stadt und erhält die Informationen vom Reiseführer über Funk. Dieses Vergnügen kostet zwischen 80,- € - 90,- € pro Person. 

Berlin ist berühmt für seine Currywurst und behauptet sogar, diese Zubereitungsart erfunden zu haben. So ist es nicht verwunderlich, dass es diverse Kult-Currywurst-Buden gibt. Neben dem bereits erwähnten Dom Curry sind auf jeden Fall die Curry 36 in Kreuzberg und die Kudamm 195 zu nennen. Diese 3 servieren die Wurst und die Sauce so, wie es schmecken muss. Ansonsten bietet Berlin eine Fülle von guten und bezahlbaren Restaurants. Vom sehr guten Italiener bis hin zum hippen Thai kann man sich abends durch die Stadt probieren. Wer lieber in Lokalen speisen möchte, wo auch gerne die Prominenten sitzen, zahlt halt mehr und geht z.B. ins Bocca di Bacco. In Berlin ist alles möglich.

Bei dem Angebot für abendliche Veranstaltungen ist Berlin ebenso bunt. Der Musical-Fan geht in "Hinterm Horizont", Kabarett gibt es bei "Die Wühlmäuse", lustiges findet man im Quatsch Comedy Club oder man lässt sich im "Chamäleon" unterhalten. Der Friedichstadt-Palast ist nicht zu vergessen. 
Nach einem kleinen Frühstück im Café Kranzler (wenn möglich auf der kleinen Terrasse) kann man sich gut gestärkt zum shoppen auf den Kudamm begeben. Das KaDeWe (Kaufhaus des Westens) hat alles, was das Herz begehrt. Unbedingt sollte man hier allerdings die Gourmet-Etage besuchen. Alleine der Anblick von so vielen Leckereien, lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Von hier lohnt der Besuch der Gedächtniskirche. Man sollte sich für diesen Abstecher ein wenig Zeit nehmen.

Man wird es wahrscheinlich nie schaffen, Berlin im Ganzen zu erkunden. Eben aus diesem Grunde sollte man erst gar nicht versuchen, alles auf einmal sehen zu wollen. Wer sich Zeit lässt und nicht nur durch die Stadt hetzt, sondern auch mal einfach nur das Flair der Stadt genießt, der wird Berlin in guter Erinnerung behalten und wiederkommen wollen.

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