Alles im Fluss

Von Denis Bryll |22.08.2017

Wenn jemand glaubt, Flusskreuzfahrten sind nur etwas für ältere Leute, dann hat diese Person wahrscheinlich noch nie diese Art des Reisens erlebt.

Lyon

Es stimmt, dass Flusskreuzfahrten meist eher von reiferen Personen gebucht werden. Vermutlich aber nur deshalb, weil es sich bei dem jüngeren Publikum noch nicht herumgesprochen hat, wie angenehm und schön diese Reisen sind.

Es gibt kaum ein entspannteres Reisen, als mit einem Schiff langsam, fast wie in Zeitlupe, durch die Landschaft zu gleiten und dabei die Schönheit der Umgebung an sich vorbeiziehen zu lassen. Insofern passt eine Flusskreuzfahrt zu den Personen, die einen hohen Komfort schätzen und ihre Reise mit Kultur und Entspannung verbinden wollen. Egal ob jung oder alt...
Man erlebt jeden Tag einen neuen Ort, ohne immer wieder die Koffer neu packen zu müssen. Wie bei einer Hochsee-Kreuzfahrt, nur ohne Seegang.

Es werden diverse Routen mit unterschiedlicher Reisedauer angeboten. Eine kleine 3-tägige Tour (z.B. bis Rüdesheim,  Brüssel oder Amsterdam) oder eine Motto-Kreuzfahrt (z.B. Comedy-Cruise) kann als Einstieg oder für eine Kurzreise genau das Richtige sein. Generell gilt allerdings, je länger es dauert, umso schöner ist es.

Neben dem Rhein, der Donau und anderen Flüssen und Anbietern wie Phoenix Reisen und Nicko Cruises ist mein Highlight die Frankreich-Tour Rhone-Saône mit der AROSA-Luna.

Diese Reise beginnt und endet in Lyon. Diese Stadt bietet sich hervorragend an, zur Einstimmung für zwei Nächte zu bleiben. Erkunden Sie die kleine Altstadt Vieux Lyon mit seinen Gassen und betrachten auf dem Place Saint Jean bei einem Glas Cotes du Rhone die Kathedrale, bevor Sie mit der "Bergbahn" auf den Hügel Fourviere fahren und die Basilika besichtigen. Schlendern Sie durch die von den Flüssen Saone und Rhone eingerahmte Innenstadtinsel zum imposanten Bartholdi Brunnen und dem sehr schönen Rathaus. Genießen Sie einen Abend in einem Bouchon Lyonnais die Spezialitäten der Gegend und vergessen Sie nicht den Besuch in den Paul Bocuse  Feinschmeckerhallen.

Je nach gebuchter Reise verlässt das Schiff Lyon in Richtung Süden. Das Reizvolle an der Rhone sind eher die Haltepunkte wie Avignon und Arles. Es gibt natürlich auch sehr schöne Abschnitte, aber der Fluss selbst ist meist begradigt und das Schiff wird oft durch lästige Schleusen aufgehalten. Den Sonnenuntergang am Papst-Palast in Avignon sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Die berühmte besungene Brücke kann man zuvor bewundern. Das Amphitheater in Arles sucht seinesgleichen. Arles ist als Stadt ohnehin sehr sehenswert. Trinken Sie einen Pastis in einem Bistro direkt vor dem Eingang des Kolosseums und beobachten das Treiben auf der Strasse. Das ist Frankreich, das ist Provence.  Das Mittelmeer und die Camargue sind jetzt zum Greifen nah und als Ausflug buchbar.
Auf dem Rückweg nach Lyon hält man auf der Strecke natürlich in den auf der Hinfahrt ausgelassenen interessanten Orten wie dem wunderschönen Viviers. Wieder in Lyon angekommen hat man dann einen ganzen Tag Zeit, um die Stadt zu erkunden oder die noch nicht gesehenen Flecken zu besichtigen (z.B. das Musée des Confluences) . Richtig schön wird der Weg dann auf der Saone. Die Saône hat meist ihren natürlich Flusslauf behalten und so ist die Fahrt das pure Vergnügen. Man fährt vorbei an den typischen Landschaften und Orten, die man mit Frankreich verbindet und sich wünscht. Vorbei an einer Storchenkolonie und Herrenhäusern. Man mag gar nicht mehr das Oberdeck verlassen. Die Orte, die man an der Saône besucht (Charlon-sur-Saône oder Mâcon), haben alle einen besonderen Charme. Hier ist teilweise die Zeit stehengeblieben und man bekommt 100% Frankreich. Der Ausflug nach Beaune lohnt sich sehr.

Die Verpflegung auf der AROSA Luna ist exellent. Obwohl man sich am Buffet bedienen muss (Es wird zu meinem Leidwesen keine Bedienung am Platz angeboten),  ist die Auswahl der Speisen ausgewählt und von hervorragender Qualität. Die im All-Inklusive Paket enthaltenen Weine sind gut trinkbar, besonders der Chardonnay. Wer es gediegener mag, bestellt aus der aufzahlungspflichtigen Weinkarte. Bei schönem Wetter nimmt man seinen Teller mit an Deck und isst im Freien mit leichtem Fahrtwind, begleitet vom Sonnenuntergang. Das ist kitschig, aber einfach schön.

Am Abend gibt es kein Unterhaltungsprogramm. Der DJ lässt Musikwünsche zu. Tanzen ist erwünscht. Man kann sich durch die  Cocktailkarte probieren, bis man seinen Favoriten gefunden hat.  Für Paare, die sich noch etwas zu erzählen haben oder Einzelreisende, die zur Ruhe kommen, ein Buch lesen wollen und einem kleinen Gespräch zwischendurch nicht abgeneigt sind, für die ist die Unterhaltung ausreichend. Hier könnte sich aber das jüngere Publikum beklagen. Für Partygänger ist das zu langweilig. 
Für jemanden, der keine Animation oder nicht regelmäßig einen Adrenalinkick benötigt, ist das perfekt.


Fazit

Ich habe mich selten in so kurzer Zeit so sehr erholt! Das war weder meine letzte noch meine vorletzte Flusskreuzfahrt!


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