Kurztrip nach Porto – Drei Tage voller Charme, Sonne und Azulejos
Von Michael Vivell |12.11.2025
Schon beim Anflug auf Porto erkennt man, warum die Stadt am Douro so beliebt ist: Terrakottafarbene Dächer, schmale Gassen und der glitzernde Fluss, über den sich die imposante Ponte Dom Luís I spannt. Nach dem Check-in in einem kleinen Gästehaus in Ribeira, dem historischen Viertel direkt am Wasser, ging es sofort los auf Entdeckungstour.
Wir lassen uns einfach treiben – vorbei an bunt gekachelten Hausfassaden, alten Straßenbahnen und kleinen Cafés, in denen der Duft von frisch gebackenem Pastel de Nata in der Luft liegt. Der erste Abend endet bei einem Glas Portwein auf einer Terrasse mit Blick über den Douro. Das warme Licht des Sonnenuntergangs tauchte die Stadt in Gold – ein perfekter Start.
Der zweite Tag begann mit einem Spaziergang zum Bahnhof São Bento, einem der schönsten Bahnhöfe Europas. Schon die Eingangshalle ist ein Kunstwerk: Über 20.000 blaue und weiße Azulejos erzählen Szenen aus der portugiesischen Geschichte – Ritter, Könige und Alltagsszenen, kunstvoll in Keramik gebannt.
Von dort führte unser Weg zum nahegelegenen Torre dos Clérigos. Der 76 Meter hohe Glockenturm ist eines der Wahrzeichen der Stadt – und die 225 Stufen bis zur Spitze lohnen sich, denn oben wartet ein atemberaubender Rundblick über Portos Dächer, den Douro und die nahen Hügel von Gaia.
Mittags kehrten wir in einer kleinen Taverne ein und probierte Francesinha, das berühmte, würzig-deftige Sandwich der Stadt – perfekt nach dem Aufstieg. Am Nachmittag überquerten wir zu Fuß die Brücke Dom Luís I und genoss den Blick vom Aussichtspunkt Mosteiro da Serra do Pilar auf die Altstadt.
Der letzte Tag stand ganz im Zeichen der Moderne. Nach einem gemütlichen Frühstück machte ich mich auf den Weg zum Museu de Serralves – einem architektonischen Highlight, umgeben von einem weitläufigen Park. Das Museum für zeitgenössische Kunst beeindruckt nicht nur durch seine wechselnden Ausstellungen - in unserem Fall eine großartige Ausstelung von Maurizio Cattelan - sondern auch durch die moderne Architektur.
Ein anschließender Spaziergang durch den Parque de Serralves war wie eine kleine Auszeit vom städtischen Trubel: Skulpturen zwischen Bäumen, versteckte Teiche, duftende Pflanzen und der ikonische rosafarbene Casa de Serralves, ein Meisterwerk des Art Déco. Besonders schön war der Treetop Walk, ein hölzerner Pfad zwischen den Baumwipfeln, von dem aus man den Park aus einer ganz neuen Perspektive sieht.
Fazit
Porto ist lebendig, authentisch und voller Gegensätze – elegant und gleichzeitig bodenständig, traditionell und modern. Wer gute Küche, freundliche Menschen und beeindruckende Architektur liebt, wird sich hier sofort wohlfühlen. Drei Tage reichen, um sich verzaubern zu lassen – und Lust auf mehr zu bekommen.
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