TANSANIA - ein Afrika-Bilderbuch
Von Andreas Maar |17.04.2026
Seit meiner Namibia-Reise lässt mich der Süden und Osten Afrikas nicht los. Die grandiosen Natur-Panoramen, die weiten, meditativen Landschaften, die Begegnungen mit Menschen und – natürlich - der einzigartigen Tierwelt! Meine Höhepunkte sind immer dann, wenn wir irgendwo stehen, um einer grasenden Herde zuzusehen. Diese Stille, dieser Frieden, diese unendliche Harmonie dieser Begegnungen ... sie lassen mein Herz vor Freude übergehen. Genau DAS ist für mich Safari! Nicht das Jagen nach Wildkatzen oder das Sammeln der Big Five. Diese Momente des Schauens und Genießens, des Freuens über so viel Eintracht und Schönheit machen für mich die Einzigartigkeit von Safari-Tagen aus. Eine Reise nach Tansania bietet solche Möglichkeiten im Überfluss. Kilimanjaro-Region, Ngorongoro-Krater, Tangarire-Nationalpark, Lake Manyara, natürlich die berühmte Serengeti, der Inbegriff des afrikanischen Tierparadieses!
Kilimanjaro-Region
Bevor es zu den klassischen Nationalparks geht, verbringen wir auf unserer von Chamäleon organisierten Reise erstmal Zeit in der Region des Kilimanjaro im Grenzland zu Kenia. In zwei offenen Jeeps geht es durch das landschaftlich reizvolle Shu'mata Tierreservat. Zebras, die ersten Giraffen (mit Jungen), diverse Exemplare von stattlichen und unter Bäumen äußerst fotogen sich präsentierenden Elefanten, Thomson-Gazellen, Gnus ... Schon bei unserer ersten Safari durch die Baumsavanne und die endlos scheinenden Pfannenlandschaften bekommen wir jede Menge Schönheiten vors Auge und die Fotolinse. Nur der Kilimanjaro selbst ist zickig und verbirgt seine markante Silhouette. Weniger divenhaft als der höchste freistehende Berg der Welt mit seinen 5895 Metern Höhe ist allerdings der Mount Meru. 4566 Meter misst der Gipfel dieses Vulkankegels und ist damit also auch kein Zwerg - sogar immerhin die Nummer Zwei in Sachen höchster Berg des Landes.
Wir befinden uns in Massai-Land. Überhaupt ist der nördliche Teil Tansanias die Heimat dieses faszinierenden Volks, das sich bis heute weitgehend seine althergebrachte Tradition des Nomadenlebens bewahrt hat. Die Massai leben von der Viehzucht. Ihre Tiere leben Seite an Seite mit den Wildtieren der Savanne.
Nach dem liebevoll zubereiteten Mittags-Picknick unter Akazien geht es weiter mit der Pirsch zur kenianischen Grenze. Auch hier wieder viele Tiere - und auch der Nachmittag vergeht wie im Flug. Zum Sundowner mit famosem Mount Meru-Blick schälen sich doch dann tatsächlich noch zaghaft die weltbekannten Umrisse des Kilimanjaro aus dem Dunst. Und zum Sonnenuntergang zeigt der Himmel eine wahre Schlacht der Farben!
Das Essen im Shu’mata Camp ist fantastisch und dem Ambiente der Unterkunft entsprechend. Alles ist ungeheuer liebevoll gemacht in einem Stil irgendwo zwischen Massai- und Hemingway-Elementen ... gewürzt mit einem Touch Orient, wohl als Verweis für die arabische Seite der Geschichte des Landes, in die wir viel später auf Sansibar eintauchen werden. Was hier als wilder Mix missverstanden werden könnte, ist das klare Gegenteil: Harmonie allerorten im Shu'mata Camp, was übersetzt "himmlisch" bedeutet. Gelegen ist der "Out of Africa"-Traum mit den sieben ziemlich weit voneinander entfernt liegenden Safari-Zelten nämlich auf einem kleinen Berg mitten in den Savannen-Weiten mit Namen Nessuandet, von dem der Blick weit schweifen kann. Ein Ort der Kontemplation. Die Zelte haben gemauerte Außenbäder mit Freiluftduschen, auch hier alles sehr stimmig. Und zurück zum Essen: Das Menü wird am großen Tisch im Hauptzelt auf edlem Geschirr und mit exzellentem Service serviert. Ja, hier würde sich auch Tanja Blixen wohlfühlen.
Ngorongoro-Krater
Nach dem Kilimanjaro-Auftakt geht es weiter und schließlich hoch hinauf bis zum Kraterrand des Ngorongoro-Kraters auf etwa 2300 m Höhe. Je höher wir kommen, desto üppiger und grüner wird es. Der Krater ist das Juwel des Wildschutz-Gebiets Ngorongoro Conservation Area, in dem um die 50 000 Massai im Einklang mit der Natur leben. Wie großartig, ja verschwenderisch schön die hier ist, erleben wir das erste Mal intensiv am Aussichtspunkt. Warmes, weiches, diffus-abendliches Licht ergießt sich über die üppigen Hänge und das Kraterinnere. Mit 16 x 20 km ist der Ngorongoro-Krater die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera der Welt. Etwa halb so groß wie der Bodensee, liegt der Krater in der Mitte des Hochlands, und ist die Heimat einer großartigen Tierwellt.
Doch es wäre schade, das Augenmerkt nur auf den Krater selbst zu richten. Was ist die Landschaft des gesamten Hochlands hier unglaublich malerisch! Die Fahrt im satten Morgenlicht zum Krater ist schon der erste ganz große Höhepunkt. Aus dem morgendlichen Nebelschwaden schälen sich längst erloschene Vulkanberge, Wälder, dazwischen die Kral-Dörfer der Massai, die das Land für ihre Viehherden nutzen. Es ist ein grünes Paradies und ich kann mich nicht sattsehen. Jeder Kilometer ist eine Seite aus dem Afrika-Bilderbuch.
Alles, was Rang und Namen hat unter den Wildtieren Ostafrikas - außer Massai-Giraffen, Topis und Impalas (sie können die steilen Kraterwände nicht bezwingen), ist im Ngorongoro versammelt. Je nach Jahreszeit zählt man 15 000 bis 25 000 Tiere, davon allein über zwei Drittel Gnus, Zebras, Büffel und Gazellen. Die Landschaft auf dem Boden des Kraters ist ein eigener Mikrokosmos. Das Herz bildet der je nach Jahreszeit gefüllte Lake Magadi. Den ganzen Tag sind wir hier unterwegs. Und welch herrliche Eindrücke und Erlebnisse angesichts dieser überwältigenden Landschafts- und Tierwelt bieten sich uns ...
Serengeti
Dann aber ... die Serengeti ruft! Und je tiefer wir kommen, desto trockener und gold-brauner wird die Landschaft. Als erstem Vorboten thronen hoch oben auf einem Bergkamm ein Dutzend Giraffen. Kurz vor dem Besucher-Gate ein einsames Picknick, und Gott sei Dank nicht dort, wo alle anderen ihr Mittagessen zu sich nehmen, nämlich direkt hinter dem Gate auf der riesigen Picknick-Area. Hier gehts zu wie im afrikanischen Taubenschlag. Das macht Chamäleon wirklich sehr gut! Und wir müssen nicht weit fahren, schon hängt zur schläfrigen Begrüßung ein junger Löwe in einer Astgabel und gähnt uns gleichgültig entgegen.
Die Tage hier bieten jede Menge unvergesslicher Einzelerlebnisse. Auf der schmalen Nebenpiste einer Nebenpiste hocken zwei Geparden-Jungtiere. Unser Fahrer Hassan sagt, die Mutter sei nicht weit. Und tatsächlich kommt sie Sekunden später durchs Gras gepirscht und gesellt sich fotogen zu ihren beiden Jungen. Wir sind entzückt. Und sind es noch mehr, als die Geparden-Mama wieder aufsteht, Kurs auf den zweiten Jeep nimmt ... und mit einem großen Satz hinten auf den Ersatzreifen landet. Ein wahrhaft praktischer Ausguck! Bei diesem Motiv zücken auch die beiden Fahrer und der Reiseleiter ihre Handys. Sie inspiziert die Gegend von ihrer Aussichtswarte einige Minuten lang, dann springt sie wieder runter und hat flugs ihre beiden Balgen am Hals, die mit ihr etwas brachial anmutende Spiele treiben, die sie ohne Murren über sich ergehen lässt. Dann trollt sich das Dreiergespann wieder und verschwindet im Gras.
Dann unser erster Leopard, nach Tiger, Löwe, Jaguar und Puma die fünftgrößte Katzenart. Was ein schönes Fell!
Lustiger ist das Straußenpaar direkt neben der Piste ... und richtig ins Herz geht die kleine Elefantenherde mit Jungen, die friedlich unseren Weg kreuzen. Tatsächlich gibt es für mich kaum Tierbegegnungen, die mich emotional so sehr berühren, wie die mit Elefanten. Wie sie untereinander agieren, aufeinander achten, welche Zärtlichkeit sie trotz ihrer Größe und Masse ausstrahlen; all das ist einfach unbeschreiblich schön zu beobachten und zu spüren.
Immer wieder rückt für mich die herb-schöne Landschaft in den Fokus. Streckenweise sieht die Serengeti aus wie Marschland in Norddeutschland. Dann wieder gibt es "Oasen" inmitten der Ebenen mit fotogenen, von Wind und Wetter rund geschliffenen Granit-Felsgebilden (Kopjes genannt), von allerlei Grün bewachsen. Es sind kaum andere Jeeps unterwegs, und ich kann mich angesichts dieser Umgebung so richtig in meine Gedanken fallen lassen. Es klingt etwas pathetisch, aber ich kann es nicht besser beschreiben: Ich bin eins mit der Natur.
Auch die Unterkünfte in den unterschiedlichen Teilen des Nationalparks sind ein Traum! Mit dem Serengeti Wildebeest Camp – meinem persönlichen Favoriten - sind wir mitten im Herzen der Serengeti angekommen. Die zehn Zelte liegen wunderbar auf einem Hügel mit Blick über die Savanne. Ein echter Wohlfühlort ist das hier. Das Personal ist ja immer nett und zuvorkommend. Aber im Wildebeest Camp ist die Atmosphäre ganz besonders herzlich. Hier könnte man auch einen Tag mal ohne Safari verbummeln. Was natürlich nicht in Frage kommt.
Fazit
Es folgen noch der Tangarire-Nationalpark und der Lake Manyara. Aber das würde zu weit führen hier. Wer es erlebt hat, vergisst es nie: Die endlos scheinenden weiten Ebenen leuchten in ihren Gelb- und Ocker-Farbspielen unter einem strahlend blauen Himmel. Dazwischen - die Wächter der Savanne - filigrane Schirmakazien. Lebendige Gemälde von meditativer Schönheit tun sich da vor uns auf. Eine Welt, in der die Zeit still zu stehen scheint, und doch Millionen von Tieren dem Zyklus des Wassers folgen.
Lust auf Safari-Afrika bekommen? Ich freue mich über Ihre Zuschrift oder ihren Anruf!
Elefantöse Grüße!
Andreas Maar
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