Chile – das längste Land der Welt
Von Stefanie Staud |20.04.2026
Über 4300km erstreckt sich Chile an der Westküste Südamerikas. Im Norden an Bolivien und Peru grenzend bis in den äußersten Süden nach Patagonien.
Gute 5 Wochen liegen vor uns, als wir in Calama unseren Mietwagen annehmen und unser Roadtrip beginnt...
Erster Stopp: San Pedro de Atacama. Der kleine Ort mitten in der Wüste ist der Ausgangspunkt zum Sternegucken. Oder man wandert durch das Valle de la Luna, fährt mit dem Fahrrad zu Aussichtspunkten für Sonnenuntergänge und entspannt in einer der heißen Quellen.
Vorbei an der „Mano del Desierto“ führt uns unsere Route Richtung Meer. Auf wunderschönen Küstenstraßen, durch Dörfer und den Nationalpark „Pan de Azucar“ geht es nach Punta de Choros. Für die Walsaison sind wir noch etwas zu früh dran, aber wir versuchen es trotzdem. Auf einem kleinen Holzboot, der Wind weht um die Nase, zeigt sich der Pazifik von seiner raueren Seite. Den Walen hat es hier wohl wirklich noch nicht gefallen, dafür haben wir aber Pelikane, Robben und eine der vielen Pinguinarten Chiles entdeckt – auch dafür hat sich die Tour gelohnt!
Einen Abstecher ins Landesinnere machen wir nach Vicuna. Die Landschaft ändert sich recht schnell, von der windigen, kühlen Küste wird es mit jedem Kilometer, den wir ins Tal fahren wärmer. Neben der Straße erheben sich die sandigen Hügel, das Tal selbst ist fruchtbar und Weinanbaugebiet. Bei einer erneuten Starwatching-Tour im Observatorium sehen wir Saturn, die Milchstraße und tausende Sterne über uns funkeln.
Angekommen in Valparaiso, der Hafenstadt Chiles vor Santiago de Chile hat uns die Zivilisation zurück. Märkte, Restaurants, steile Seilbahnen die Hügel hinauf, Rutschen wieder herunter und ein buntes Haus neben dem anderen. Mit der künstlerischen Architektur und den vielen Graffitis ist die Altstadt sogar UNESCO Weltkulturerbe.
Viel moderner, mit großen Plätzen, architektonisch beeindruckenden Gebäuden und Kirchen ist dagegen die Hauptstadt Santiago de Chile.
Nach den Städten geht es wieder in die Natur – Villarrica ist der nächste Stopp. Ein richtiges Outdoor-Mekka! Über dem Ort thront der gleichnamige Vulkan, unser Ziel für den nächsten Tag. Mit Guide, Steigeisen und einem Plastik-Schneerutscher im Gepäck geht es los. Der Aufstieg ist eigentlich gut machbar, aber es wird immer kälter und kälter. Wieder pustet uns der Wind kräftig entgegen und alles, wirklich alles gefriert. Inklusive Wimpern. Naja, oben angekommen war es bewölkt und die Aussicht eher bescheiden, also nächstes Mal vorab den Wetterbericht checken! Als wir den ganzen Berg aber auf dem Schneerutscher runter „rodeln“ können, ist die Kälte schon fast wieder vergessen.
Dank der vielen deutschen Einwanderer in Chile stärkt uns auch ein typischer „Kuchen con Streusel“ und aufgewärmt geht es weiter.
Durch die Seenlandschaft Chiles fahren wir immer weiter südlich bis wir mit einer kurzen Fährüberfahrt nach Chiloe gelangen. Eine kleine, vorgelagerte Insel, bekannt für ihre schöne Natur, Wasserfälle, Holzhäuser auf Stelzen gebaut und Curanto. Eine Spezialität aus Meeresfrüchten, Fleisch und Kartoffeln, traditionell in einem Erdloch auf heißen Steinen gegart. Geschmackssache…
Dann wartet eines der Highlights der Reise auf uns. Auf geht’s nach Patagonien. Aber nicht mit dem Auto oder Flugzeug, sondern mit der Fähre. 3 Nächte sind wir unterwegs ab Puerto Montt. Die Fähre dient noch immer hauptsächlich dem Warentransport, nur ein paar Touristen haben sich darauf verirrt. Keine große Unterhaltung, einfach nur Ruhe, Fjorde, kleine Inseln, Sonne an Deck, Vulkane links und rechts, Wasserfälle, Schiffswracks und Robben, Pinguine und Delfine neben uns. Perfekt um die Eindrücke der letzten Wochen zu verarbeiten und ein paar Tage nichts tun, außer genießen.
Angekommen in Puerto Natales, startet das Abenteuer Patagonien: Unsere erste Wanderung geht in den Nationalpark Torres del Paine. An Flüssen entlang, kleinen Hütten vorbei bis zum Base Torres – dem Postkartenmotiv Chiles.
Zweiter Stopp ist die südlichste Stadt Chiles, Punta Arenas. Von hier aus fahren wir durchs karge, weite Feuerland nach Porvenir und zu einer Königspinguinkolonie. Die großen Pinguine beobachten wir durchs Fernglas dabei, wie sie mit kleinen Schritten herumlaufen und es sich wieder im Gras bequem machen.
Dann versuchen wir nochmal unser Glück mit den Walen. Auch hier sind wir noch zu früh, die Walsaison startet erst ca. einen Monat später, also wird es eine Delfintour.
Mit Wind- & Wasseranzug auf einem Schlauchboot fahren wir aufs Meer hinaus und was ist das Erste, das wir sehen? Ein Wal!
Welch ein perfekter Abschluss dieser fantastischen Reise.
Fazit
Chile - 4300km, verschiedenste Landschaften, schöne Unterkünfte, leckere Kuchen und immer das nächste Abenteuer um die Ecke. Gerne helfe ich bei Ihrer individuellen Reise durch dieses vielfältige Land Südamerikas!
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