Zwischen Himmel und Tee – Eine LUX*uriöse Reise entlang der legendären Tea Horse Road

Von Sylwia Materlinska |24.09.2026

Schon bei meiner Ankunft in Lijiang habe ich das Gefühl, dass diese Reise etwas ganz Besonderes werden würde. Auf rund 2.400 Metern über dem Meeresspiegel empfängt mich klare Bergluft, eine beeindruckende Kulisse und eine historische Altstadt, deren gepflasterte Gassen von kleinen Kanälen durchzogen sind. China zeigt sich mir von Beginn an auf eine ganz eigene, faszinierende Weise.

Am Bahnhof werde ich herzlich begrüßt und zu meinem ersten Zuhause gebracht: dem LUX Tea Horse Road in Lijiang*. Das charmante Boutique-Hotel verbindet den authentischen Charakter der Region mit dem besonderen Flair der LUX*-Hotels.

Nach dem Einchecken bleibt mir noch etwas Zeit, erste Eindrücke zu sammeln. Ich schlendere durch die Altstadt, lasse mich treiben und entdecke kleine Geschäfte, traditionelle Häuser und das lebendige Treiben auf den Straßen. Die Reise hat gerade erst begonnen – und trotzdem fühle ich mich schon mittendrin.

Lijiang – zwischen Markt, Naxi-Kultur und Tee
Am nächsten Morgen tauche ich noch tiefer in die Welt Lijiangs ein. Mein erster Weg führt mich zum Zhongyi-Markt mitten in der Altstadt. Hier erlebe ich das alltägliche Leben hautnah: Händler bieten ihre Waren an, Menschen kaufen ein, und überall warten neue Gerüche, Farben und Eindrücke auf mich.

Die Früchte sehen so verlockend aus, dass ich am liebsten alles sofort probieren möchte. Besonders spannend finde ich die Begegnungen mit der Kultur der Naxi, die diese Region seit Jahrhunderten prägt.

Danach dreht sich alles um das Thema, das mich auf dieser Reise wie ein roter Faden begleitet: Tee.
Beim Tea Cake Making erfahre ich, wie ein traditioneller Teekuchen hergestellt wird. Anschließend darf ich bei einer Pu’er-Tee-Verkostung mit 70 Jahre altem Tee und einer traditionellen Teezeremonie verschiedene Aromen entdecken. Es ist ein ruhiger und zugleich intensiver Moment. Dabei wird mir bewusst, dass Tee hier weit mehr ist als nur ein Getränk – er ist Teil der Kultur, der Geschichte und des täglichen Lebens.

Ein weiterer Höhepunkt ist der Black Dragon Pool, auch bekannt als Longquanguan, der Drachenbrunnen-Tempel. Das klare Wasser des Teichs, die traditionelle Architektur und die Berge im Hintergrund ergeben ein beinahe märchenhaftes Bild. Ich kann gut nachvollziehen, warum sich um diesen Ort die Legende eines schwarzen Drachen rankt.

Beim Mittagessen in einem privaten Courtyard lerne ich die traditionelle Naxi-Küche kennen. Anschließend geht es um die Bewahrung einer Kultur, die tief mit dieser Region verbunden ist. Bei der Herstellung von Dongba-Papier und beim Kennenlernen der Dongba-Kalligrafie darf ich selbst erleben, wie jahrhundertealte Handwerkstraditionen weitergegeben werden.

Am Abend erwartet mich im Hotel ein Mushroom Hotpot. Nach diesem erlebnisreichen Tag ist das genau das Richtige: warm, aromatisch und wunderbar gesellig.

Anschließend erkunde ich die historische Dayan Old Town. Die mehr als 800 Jahre alte Stadt gehört seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe und wirkt mit ihren traditionellen Gebäuden, kleinen Brücken und verwinkelten Gassen wie eine Reise in eine andere Zeit.

Auf der Tea Horse Road nach Shangri-La
Am nächsten Tag lasse ich Lijiang hinter mir und mache mich auf den Weg nach Shangri-La. Die Landschaft verändert sich, die Berge werden höher und die Luft spürbar dünner. Schließlich erreiche ich eine Höhe von rund 3.300 Metern.

Mein erster großer Stopp ist die Tiger Leaping Gorge. Auf rund 3.400 Metern unternehme ich eine Wanderung durch eine der beeindruckendsten Landschaften dieser Reise.
Der Weg führt mich durch eine spektakuläre Bergwelt mit steilen Felswänden und atemberaubenden Ausblicken. Es geht bergauf und bergab, vorbei an rauschenden Wasserfällen und grünen Berghängen. Besonders beeindruckt mich die Mischung aus wilder Natur und unglaublicher Ruhe – während tief unter mir der mächtige Fluss durch die Schlucht rauscht.

In Shangri-La angekommen, beziehe ich mein neues Zuhause: das LUX Tea Horse Road*. Das Hotel verbindet modernen Komfort mit tibetischer Kultur und traditioneller Gestaltung. Besonders faszinierend finde ich die liebevollen Details, die die tibetische Lebensweise und Atmosphäre widerspiegeln.

Zwischen Kloster, Tee und tibetischer Kultur
Am nächsten Morgen führt mich mein erster Weg zum Ganden Songtsenling-Kloster. Die imposante tibetisch-buddhistische Anlage beeindruckt mich mit ihrer prächtigen Architektur. Gleichzeitig spüre ich, dass dieser Ort weit mehr ist als ein außergewöhnliches Bauwerk: Er ist ein Zentrum religiöser und kultureller Traditionen.

Eine private Audienz mit einem Living Buddha und philosophische Gespräche bei einer Tasse Tee machen diesen Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis. Die Ruhe dieses Ortes berührt mich. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen.

Ein kurzer Stopp auf einer tibetischen Farm in der Nähe des Napa-Sees bringt mir anschließend die Kunst der Zubereitung von Tibetan Yak Butter Tea näher. Zugegeben: Am Anfang ist der Geschmack für mich etwas ungewohnt. Doch schon nach den ersten Schlucken finde ich Gefallen daran – und plötzlich gibt es kein Halten mehr. Am Ende ist die Tasse leer.

Nach einem traditionellen tibetischen Mittagessen erkunde ich Dukezong, die historische Altstadt Shangri-Las. Ihre Geschichte reicht mehr als 1.300 Jahre zurück. Zwischen traditionellen Häusern und engen Gassen spüre ich eine ganz andere Atmosphäre als noch in Lijiang. Wegen ihrer besonderen Stimmung wird Dukezong auch „Mondlichtstadt“ genannt – ein Name, der wunderbar zu diesem Ort passt.

Der gesamte nächste Tag steht im Zeichen tibetischer Traditionen. Ich beginne mit der Gestaltung meiner eigenen Prayer Flag, die ich später beim Morning Blessing im Ringha-Tempel aufhängen darf. Bei einem tibetischen Segensritual erlebe ich einen weiteren sehr persönlichen Moment dieser Reise.
Am Nachmittag bekomme ich einen Einblick in die faszinierende Kunst des Thangka-Malens. Die farbenprächtigen Gemälde auf Stoff zeigen religiöse Motive, buddhistische Figuren und Mandalas. Wir besuchen die Galerie eines bekannten Künstlers. Ich bin beeindruckt von der unglaublichen Detailgenauigkeit und der Geduld, die diese traditionelle Kunst erfordert.

Am Abend lasse ich den Tag bei einem tibetischen Hot Pot mit Yak-Fleisch ausklingen.

Spirituelle Momente und die Weite des Napa-Sees
Am nächsten Morgen geht es hinaus in die Natur zum Napa-See. Der saisonale Plateau-See liegt eingebettet in die beeindruckende Landschaft des tibetischen Gebiets Diqing. Je nach Jahreszeit verändert sich sein Erscheinungsbild, doch die Weite des Sees und die umliegenden Berge machen den Besuch zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Auf einem tibetischen Bauernhof nehme ich mein Mittagessen ein und genieße anschließend eine traditionelle Teezeit. Wieder begegnet mir der Tee – diesmal mitten in einer Landschaft, die kaum weiter von meinem Alltag entfernt sein könnte.

Zurück im Hotel lasse ich den Tag bei einem Aperitif und einem entspannten Abendessen ausklingen.

Doch der Tag hält noch eine Überraschung für mich bereit: Im Pop-up Café LUX* genieße ich einen besonderen Moment mitten in der Natur. Das gleichmäßige Rauschen des Wassers begleitet mich, während ich die Landschaft auf mich wirken lasse.

Anschließend wartet ein Barbecue-Abendessen auf mich.

Die große Biegung des Yangtze
Der letzte Tag meiner Reise führt mich zu einem der eindrucksvollsten Naturschauspiele entlang der Route: der Großen Biegung des Yangtze.
Hier macht der mächtige Fluss eine spektakuläre Kurve durch die Landschaft. Ich stehe vor diesem beeindruckenden Panorama und begreife einmal mehr, wie sehr diese Reise von Gegensätzen lebt: von stillen Klöstern und gewaltigen Bergen, von jahrhundertealten Traditionen und modernem Reisekomfort.

Beim Mittagessen genieße ich den Blick auf die majestätischen Meili-Schneeberge. Die schneebedeckten Gipfel wirken beinahe unwirklich und geben mir das Gefühl, am Ende der Welt angekommen zu sein.

Anschließend besuche ich den Feilaisi-Tempel, dessen Geschichte mehr als 400 Jahre zurückreicht. Die versetzt angeordneten Gebäude, Hallen und Häuser ergeben ein harmonisches Gesamtbild. Besonders interessant finde ich, dass sich in der Architektur Einflüsse dreier Religionen (Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus) widerspiegeln.

Eine Reise, die bleibt

Sechs Nächte entlang der legendären Tea Horse Road haben mir eine Region nähergebracht, die von außergewöhnlichen Landschaften, alten Kulturen und herzlicher Gastfreundschaft geprägt ist.

Ich habe historische Altstädte erkundet, Märkte besucht, buddhistische Klöster erlebt und traditionelle Handwerkskünste kennengelernt. Ich habe tibetische Gebetsfahnen gestaltet, die faszinierende Thangka-Kunst bestaunt und erfahren, welche Bedeutung Tee für die Menschen dieser Region hat.

Vor allem aber habe ich gelernt, langsamer zu reisen und genauer hinzusehen.

Die Tea Horse Road ist für mich am Ende weit mehr als eine historische Handelsroute. Sie verbindet Menschen, Kulturen und Landschaften – und genau diese Verbindung macht ihren besonderen Reiz aus.

Zwischen Lijiang und Shangri-La, zwischen Teezeremonien, Klöstern und schneebedeckten Bergen habe ich eine Seite Chinas kennengelernt, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.


Fazit

Zwischen Himmel und Tee – eine Reise, die nicht nur durch die Berge führt, sondern mich auch ein Stück weit zu mir selbst bringt.


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