Dolce far niente und die schärfsten Kurven Italiens

Von Sylwia Materlinska |07.10.2026

Meine Reise führte mich nach Süditalien, genauer gesagt nach Vico Equense bei Sorrent. Unser Hotel lag auf einem Felsplateau hoch über der Küste und wurde für mich zum perfekten Ausgangspunkt für zahlreiche Erkundungen. Von hier aus entdeckte ich Pompeji, den Vesuv, Neapel und die traumhafte Amalfiküste bis hinauf nach Ravello. Besonders schön fand ich die Mischung aus Kultur, Landschaft, italienischem Lebensgefühl und natürlich gutem Essen.

Nach meiner Ankunft am Flughafen in Neapel wurde ich zum Hotel nach Vico Equense gebracht. Die kristallklaren Buchten und das klare Wasser machten sofort Lust auf die kommenden Tage. Am Abend lernte ich meinen Scout kennen, der mich während der Reise begleitete.

Vesuv

Pompeji – eine Reise in die Vergangenheit
Mit dem Zug ging es gemeinsam mit der kleinen Gruppe nach Pompeji. Dort tauchte ich tief in die Vergangenheit ein und konnte mir vorstellen, wie das Leben vor dem verheerenden Ausbruch des Vesuvs ausgesehen haben muss. Wir besichtigten unter anderem das Forum, die Thermen, das Theater, eine alte Bäckerei und das Haus des tanzenden Fauns. Vieles war restauriert und wirkte erstaunlich gut erhalten.

Besonders interessant fand ich die Geschichten über den luxuriösen Lebensstil der Menschen in der Antike. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie dramatisch der Ausbruch des Vesuvs gewesen sein muss, durch dessen Asche die Stadt über Jahrhunderte konserviert wurde.

Zurück in Vico Equense hatte ich Zeit, den Nachmittag ganz nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Ich schlenderte durch die Altstadt, stöberte in den kleinen Geschäften und gönnte mir eine Granita. Die eiskalte Mischung aus Zitronensaft, Wasser und Zucker war bei den warmen Temperaturen genau das Richtige. Am Abend erwartete mich ein gemeinsames Welcome-Dinner in einem Restaurant in Vico. Statt eines großen Buffets genoss ich echte italienische Küche – genau so hatte ich mir den Urlaub vorgestellt.

Der Vesuv und das Land der Zitronen
Am nächsten Morgen stand der Vesuv auf dem Programm. Ich fuhr hinauf zum Vesuv-Observatorium und genoss den beeindruckenden Blick über Neapel und die weitläufige Bucht. Die Lavafelder und die Landschaft rund um den Vulkan machten die gewaltige Kraft seiner früheren Ausbrüche für mich spürbar. Die Geschichten über Plinius und die Katastrophe von Pompeji gaben dem Erlebnis noch einmal eine ganz besondere Bedeutung.

Anschließend machte ich einen kurzen Bummel durch Sorrent. Danach ging es zu Valentina und Luigi, die uns auf ihrer Zitronenplantage in der Nähe empfingen. Dort bekam ich einen ganz persönlichen Einblick in das Leben als Obstbauer. Ich erfuhr viel über den Anbau der berühmten Zitronen und konnte das Farmerleben hautnah kennenlernen. Bei einem gemeinsamen Imbiss ließen wir den Besuch gemütlich ausklingen.

Ein Tag auf Capri
Per Boot nach Capri – eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen ließ.
Vom Hafen ging es mit der Bahn hinauf zur berühmten Piazzetta. Capri versprühte genau den mondänen Charme, für den die Insel bekannt ist. Zwischen Parfümerien, Sandalenläden und gemütlichen Cafés blieb genügend Zeit zum Bummeln und Leute beobachten.

Besonders schön fand ich den Spaziergang über die Treppenwege zur Villa Jovis. Unterwegs lag der Duft mediterraner Kräuter in der Luft, und oben angekommen wurde ich mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Am Nachmittag konnte ich selbst entscheiden, wie ich Capri weiter erkunden wollte. Eine Bootsfahrt zur Blauen Grotte oder eine Fahrt mit dem Sessellift auf den Monte Solaro standen zur Auswahl. Ich genoss einfach die Freiheit, den Nachmittag nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Neapel – laut, lebendig und faszinierend
Mit dem Vorortzug fuhr ich mitten hinein ins quirlige Zentrum von Neapel. Im Nationalmuseum konnte ich zahlreiche Mosaiken und Fresken bewundern, die mir noch einmal einen ganz anderen Blick auf die antike Welt ermöglichten. Dabei wurde schnell klar: Auch damals muss es in dieser Stadt bereits laut, bunt und lebhaft zugegangen sein.

Besonders beeindruckten mich die modernen U-Bahn-Stationen mit ihrer außergewöhnlichen Kunst. Anschließend ging es weiter zur Galleria Umberto, die mit ihrer prachtvollen Architektur, eleganten Geschäften und hübschen Cafés einen starken Kontrast zum lebhaften Treiben der umliegenden Gassen bildete.

Auch die Piazza del Plebiscito mit dem Königspalast durfte natürlich nicht fehlen. Am meisten faszinierte mich aber das alltägliche Leben auf den Straßen: Fischverkäufer, Liebespaare, Pizzabäcker und die vielen Menschen, die geschäftig durch die engen Gassen eilten. Neapel wirkte auf mich chaotisch, temperamentvoll und gleichzeitig unglaublich authentisch.

Die Amalfiküste – Kurven mit Meerblick
Ein weiterer Höhepunkt meiner Reise war die Fahrt entlang der berühmten Amalfitana. Die Straße schlängelte sich mit ihren zahlreichen Kurven spektakulär an der Küste entlang. Immer wieder eröffnete sich mir ein neuer Blick auf das tiefblaue Meer, die steilen Felsen und die malerischen Orte.

Wir fuhren an Positano und Amalfi vorbei und konnten uns gut vorstellen, warum die Amalfiküste seit Jahrzehnten Künstler, Schauspieler und die internationale High Society anzieht. Namen wie Robert De Niro, Sophia Loren, Brad Pitt und Matt Damon sind eng mit dieser Region verbunden.

Anschließend ging es hinauf nach Ravello zur Villa Cimbrone. Die hoch über dem Meer gelegene Villa diente unter anderem als Filmkulisse für Romy Schneider als Kaiserin Sisi. Besonders beeindruckte mich die Terrasse mit ihrem spektakulären Blick über die zerklüftete Küste. Ich hätte dort noch lange stehen und einfach nur die Landschaft auf mich wirken lassen können.

Am letzten Abend genoss ich noch einmal die italienische Küche in einer gemütlichen Trattoria im Herzen von Vico Equense. Bei gutem Essen und süditalienischer Atmosphäre ließ ich die vergangenen Tage Revue passieren. Danach verabschiedete sich unser Scout von uns.


Fazit

Diese Reise war für mich eine wunderbare Mischung aus Kultur, Natur, Genuss und italienischem Lebensgefühl. Besonders die Kombination aus Pompeji und Vesuv, dem quirligen Neapel, Capri und der spektakulären Amalfiküste machte die Reise zu einem Erlebnis, an das ich mich noch lange erinnern werde.


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