Lanzarote - zwischen Lava und Meer

Von Stefanie Beginn |02.02.2026

Lanzarote hat mich seit meinem ersten Besuch in 1978 in ihren Bann gezogen: eine Insel voller Kontraste – schwarze Lavafelder, weiße Dörfer, das endlose Blau des Meeres.

Lanzarote, die nördlichste der Kanarischen Inseln, beeindruckt sofort mit ihrer vulkanischen Ursprünglichkeit. Die Landschaft ist geprägt von endlosen Lavafeldern, karger Vegetation und weißen Dörfern, die sich kontrastreich vom dunklen Untergrund abheben. Große Teile der Insel stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz, was ihr ein harmonisches, beinahe zeitloses Erscheinungsbild verleiht. Das architektonische Erbe von César Manrique prägt viele öffentliche Orte und fügt der rauen Natur eine künstlerische Dimension hinzu.

Cueva de los Verdes

Mein erster Ausflug führt in den Norden zur Cueva de los Verdes. Diese Höhle ist Teil eines rund sieben Kilometer langen Lavatunnels, der beim Ausbruch des Vulkans La Corona vor etwa 5.000 Jahren entstand – einer der längsten bekannten Lavatunnel weltweit.

Bei einer geführten Tour durch die Höhle erfährt man, dass sie früher als Versteck vor Piraten diente. Besonders eindrucksvoll ist ein optischer Effekt am Ende der Führung, der überraschend und fast magisch wirkt.

Jameos del Agua

Nur wenige Minuten entfernt liegen die Jameos del Agua, ebenfalls Teil desselben Lavatunnels. Hier zeigt sich César Manriques Vision besonders eindrucksvoll: Natürliche Höhlen werden mit architektonischen Elementen zu einem einzigartigen Ort verschmolzen.

Zentrales Highlight ist ein unterirdischer See, Heimat der seltenen weißen Albinokrebse. Darüber erstrecken sich ein Auditorium, ein Restaurant und ein künstlich angelegter Poolbereich. Alles ist so gestaltet, dass Architektur und Natur wie aus einem Guss wirken – typisch für Manrique.

Radtour von Puerto del Carmen nach Costa Teguise

Ein weiterer Tag beginnt mit einer Radtour entlang der Ostküste. Ausgangspunkt ist Puerto del Carmen, von dort geht es über Arrecife nach Playa Honda. Die Strecke verläuft größtenteils auf befestigten Wegen direkt am Meer und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die Küste.

Nach einer Pause in Playa Honda führt der Weg weiter nach Costa Teguise. Die Strecke beträgt etwa 35 Kilometer, überwiegend flach – doch der oft kräftige Wind sorgt für zusätzliche Herausforderung.

Parque Nacional de Timanfaya

Der Nationalpark Timanfaya im Südwesten ist ein absolutes Highlight. Hier erstrecken sich die „Montañas del Fuego“, entstanden durch Vulkanausbrüche zwischen 1730 und 1736 sowie 1824.

Im Besucherzentrum kann man die geothermische Kraft der Erde hautnah erleben: Heißes Wasser zischt, Erde raucht – die Energie unter der Oberfläche ist spürbar. Eine geführte Busfahrt führt durch das Schutzgebiet, das nicht individuell betreten werden darf. Die fast vegetationslose Landschaft beeindruckt mit bizarren Lava- und Gesteinsformationen, die einem das Gefühl geben, auf einem anderen Planeten zu sein.

El Golfo und Charco de los Clicos

An der Westküste liegt El Golfo mit der berühmten Lagune Charco de los Clicos. Das smaragdgrüne Wasser, entstanden durch Algen in dem salzhaltigen See, bildet einen faszinierenden Kontrast zum schwarzen Lavastrand.

El Golfo ist zudem bekannt für seine Fischrestaurants, in denen fangfrischer regionaler Fisch serviert wird, darunter der für die Kanaren typische Papageifisch, die „Vieja“.

Mirador del Río

Im Norden der Insel, auf etwa 475 Metern Höhe, bietet der Mirador del Río einen spektakulären Ausblick auf die Meerenge El Río und die Nachbarinsel La Graciosa. Auch dieses Bauwerk stammt von César Manrique.

In den 1970er-Jahren diente der Mirador als Drehort der Fernsehserie „Tim Thaler oder Das verkaufte Lachen“. Heute lockt der Aussichtspunkt Besucher mit Café und Plattformen – ein perfekter Ort, um die Weite Lanzarotes in Ruhe zu genießen.


Fazit

Lanzarote ist weit mehr als ein Ziel für Strandurlaub. Die Insel fasziniert durch ihre vulkanische Landschaft, einzigartige Naturattraktionen und das künstlerische Erbe César Manriques. Wer Geologie, Architektur und gut strukturierte Naturerlebnisse schätzt, findet hier unzählige eindrucksvolle Momente.


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