Irische Klosterinsel Skelling Michael

Von Jürgen Bauer |11.01.2017

Ein abenteuerlicher Besuch der irischen Insel Skelling Michael

Was für ein Höllenritt !

Als wir frühmorgens am Hafen von Portmagee ( Kerry ) ankommen um  
eines der Fischerboote nach Skelling Michael zu bekommen, sind wir froh,
dass der Wetterbericht für heute Gutes verspricht.  
Glatt liegt das Wasser im Hafenbecken und es ist ein windstiller Morgen -
also ideale Vorraussetzungen um auf die Klosterinsel Skelling Michael ,
ca. 12 km vor der Küste Kerry´s, zu gelangen.

Einst als keltisches Heiligtum gegründet, wurde die Insel  im 7. Jahrhundert
dem Erzengel Michael geweiht und ein Kloster gegründet.
Heute zählt die Insel und die Überreste des Klosters zum Weltkulturerbe der UNESCO, und dem "LonelyPlanet" nach, zu einem der interessantesten 
Reiseziele 2017.

Die Plätze auf den 10 Fischerbooten sind schnell eingeteilt, da eine
Vorreservierung unerlässlich ist. Es dürfen am Tag höchstens 120 Besucher übersetzen und das Eiland betreten.
An Bord werden zuerst Ölklamotten, Hose und Jacke, sowie Schwimmwesten
ausgeteilt.
"Es wird nass werden" sagt unser Kapitän.
Wie?; das Meer ist doch angenehm ruhig?
5 Meter hohe Wellen gelten als normal - aber doch nicht heute?
Nachdem alle 12 Passagiere nun sehr aufgeplustert und spaßig aussahen ,
wurde unter viel Gelächter die Plätze eingenommen.
Da es in den offenen Booten nur zwei kleine 2-er Sitzbänke gab, mussten die Meisten auf der Abdeckung des Laderaumes sitzen.

Dann tuckerte der Kutter langsam los und fuhr durch das fjordartige Hafengebiet von Portmagee Richtung offenes Meer.
Nach 20 Minuten, als wir die Küste verlassen hatten, war die Stimmung immer
noch sehr hoch, aber nun auch die Wellen.
Und die Wellen kamen Schlag auf Schlag, scheinbar aus jeder Richtung,
Brecher überschlagen sich ins Boot, alles ist triefend nass.
Festhalten, egal wo; nein, hauptsächlich am Nebenmann, dann sackt das Boot
wieder unvermittelt ab und man hängt buchstäblich in der Luft.

Ich wollte nie in eine Achterbahn steigen !

Aber nachdem ich im letzten STAR WARS Film die letzte Filmsequenzen sah,
die hier auf der Klosterinsel  gedreht wurden, wollte ich unbedingt hierher und diese
Szenerie und diese jahrhundertalten Klosterüberreste mit eigenen Augen sehen.

Eine Runde Achterbahn wäre jedoch nach einigen Minuten vorbei,
dieser Höllenritt jedoch dauert ca. 1  1/2 Stunden bis die winzige Anlegestelle
" Blind Man´s Cove " auf Skelling Michael erreicht ist.

Nach einigen Minuten zum Durchatmen auf festem Boden heißt es nun die
ca. 600 Steinstufen, bis hoch oben ins ehemalige Kloster, zu erklimmen.
Das Adrenalin in unserem Blut lässt uns die Stufen fast hochfliegen.
Durch aufgezogene Wolken liegt die steile Bergflanke dunkel, unheimlich 
abweisend, vor uns.
Überall scharfkantige Überhänge und riesige Felsnadeln.
Mordor aus "Herr der Ringe" lässt grüßen.

Dann bricht wieder die Sonne  hervor und lässt Skelling Michael in einem
faszinierendem, vollkommenen anderen Licht erscheinen. 
Die fröhlichen Farben tausender Papageientaucher sprenkeln den Berghang.
Sie sitzen direkt zu unseren Füßen in ihren Höhlen, watscheln zwischen den
Steinen umher und stürzen sich in atemberaubendem Flug die
steilen Klippen hinab.  
In der uralten Klosteranlage mit seinen Bienenkorbhäusern angekommen, umgibt uns ein überwältigendes Panorama.
Zwischen den zwei Gipfeln liegen die Ruinen fast schon lieblich auf einem
sonnigen Hochplateau.
Tief unten glitzert das Meer in einem tiefen Blau, in der Ferne die
zweite, kleinere Insel, Little Skelling.  
Ein phantastischer Anblick der die abenteuerliche Fahrt hierher wert war.
Treppab zur Anlegestelle geht es ein bisschen gemächlicher, wir können uns etwas Zeit nehmen für besondere Ausblicke.
Wir entdecken weitere Treppen die abzweigen und in noch steilere Höhen und Abgründe führen. Eine wahre Meisterleistung der frühen Mönche.

Über und unter uns drehen Papageientaucher, Sturmtaucher
und riesige Tölpel ihre Runden.
Und je näher wir dem Fuß dieser steinernen Pyramide entgegenkommen,
erscheinen uns die bunten, ankernden Fischerboote die uns wieder zurückbringen sollen, immer bedrohlicher.
Und ich sage Ihnen - die Rückfahrt war keineswegs gemütlicher.

Ein Höllenritt - aber ein wahrlich unvergessliches Erlebnis.


Fazit

Ein einziges Abenteuer - aber die Tour unbedingt vorreservieren - ca. 60 Euro warme und regenfeste Kleidung zu jeder Jahreszeit etwas Proviant und zu Trinken mitnehmen - die Insel ist unbewohnt und es gibt nichts zu kaufen und keine Toiletten. 5 Meter hoher Wellengang gilt als normal - auch bei schönem Wetter im Hafen


Ihr
Jürgen Bauer

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