Westkanada: Campmobil-Tour Whistler & Vancouver Island

Von Katja Hoff |17.07.2015

Im Herbst 2014 liegt die Einladung zu einer Fachstudienreise von Meier’s Weltreisen nach Kanada auf meinem Schreibtisch. Unter dem Motto „Go West 2014“ sollen rund 80 Expedienten an zwei Tagen in Vancouver an Workshops und Stadtrundfahrten teilnehmen und dabei eine Vielzahl neuer Eindrücke sammeln können. Für das Vorprogramm stehen verschiedene Gruppenreisen zur Auswahl und ich weiß sofort, welche mein Favorit ist:

Mit dem Wohnmobil durch die kanadische Landschaft fahren, das Tempo der Reise selbst bestimmen, der Natur ganz nah sein ohne auf gewohnten Komfort verzichten zu müssen, das wollte ich immer schon einmal erleben. Nach der Anmeldung heißt es also Daumen drücken und das Beste hoffen.....

Morgens im Riverside Resort in Whistler

.....und ich habe Glück: Meine Wunschreise wird bestätigt!

Zusammen mit 15 anderen „Campern“ gehe ich am  19.10.2014 voller Vorfreude an Bord der Air Canada.

Schon während der Hinflugs bekomme ich einen ersten Eindruck von der gewaltigen Größe Kanadas:  Die Zeit über dem Atlantik vergeht buchstäblich wie im Flug und bereits  knapp 6 Stunden nach dem Start in Frankfurt erreichen wir die kanadische Küste und überfliegen Neufundland. Von dort aus dauert es allerdings noch einmal genau so lange, bis wir auf dem Zielflughafen Vancouver in British Columbia im Westen des Landes landen.

Nach einer Übernachtung im Stadtteil False Creek werden wir am nächsten Morgen zur Station von Traveland gebracht, wo wir nach einem ausführlichen Briefing unsere Campmobile übernehmen und auf dem Sea-to-Sky-Highway entlang der Horse Shoe Bay und des Howe Sounds in die Bergwelt Whistlers fahren. Die ersten Meter mit den bestens ausgestatteten, aber für europäische Verhältnisse ziemlich großen Fahrzeugen fühlen sich noch etwas merkwürdig an, doch schon bald haben wir uns an die neuen Dimensionen gewöhnt und genießen die Fahrt und die Landschaft. Das Wetter ist zwar alles andere als gut, aber das tut der Stimmung keinen Abbruch. Immerhin verstehen wir jetzt, woher der Ausdruck „küstennaher Regenwald“ kommt.

In Whistler werden wir  zwei Nächte auf den großzügigen Stellplätzen des Riverside Resorts verbringen. Der Campingplatz liegt in der Nähe des Green Lakes  und bietet wunderbare Ausblicke auf die umliegenden Berge.
Doch bevor es soweit ist, steht mit Ziplining noch ein echtes Highlight auf dem heutigen Programm. Der Gedanke daran, hoch über dem Fitzsimmons Creek zwischen Blackcomb und Whistler Mountain an gespannten Drahtseilen entlang zu gleiten, ist aufregend aber auch ein wenig mulmig zugleich. Aber die sympathischen und gut ausgebildeten Trainer der Firma Ziptrek schaffen es, uns davon zu überzeugen, dass Ziplining vor allem eines ist: Jede Menge Spaß! Am Ende trauen wir uns sogar ein paar Kunststückchen zu und meistern die letzte Strecke mehr oder weniger kopfüber.  

Den Tag lassen wir im Listel Hotel Whistler ausklingen. Nicht jedoch, ohne zwischen den Gängen eines schmackhaften  Dinners im Bearfoot Bistro noch weitere Höhepunkte erleben zu können. Im hauseigenen Weinkeller lernen wir, wie man kinderleicht, aber dafür umso eindrucksvoller Champagnerflaschen mit dem Säbel öffnet. Später können wir im Ketel  Ice Room,  der kältesten Vodka-Tasting-Bar der Welt,  bei -32 Grad feststellen, dass Wodka  tatsächlich nach weitaus mehr schmecken kann, als nur nach purem Alkohol. 

Am nächsten Morgen werde ich durch das Geräusch des Regens, der heftig auf das Camperdach prasselt, geweckt. Zum Glück lässt der Regenguss bald etwas nach und ich komme halbwegs trocken  zu den Waschräumen und wieder zurück an den zünftig im Freien gedeckten Frühstückstisch. Zum Sitzen fehlen uns die Gelegenheiten und zu kalt ist es außerdem. Aber mit einem Kaffeebecher in der einen und einem Erdnussbuttertoast in der anderen Hand lässt es sich trotzdem gut aushalten.

Nach dem Frühstück  unternehmen wir einen Rundgang durch Whistler und schlendern durch die Fußgängerzone des Ortes, in dem die Winterolympiade 2010 zahlreiche positive Spuren hinterlassen hat.  Die Schneefallgrenze sinkt bereits von Tag zu Tag und die kommende Skisaison steht  vor der Tür. Whistler ist einer der bekanntesten und besten Wintersportorte  Nordamerikas und für mich auf jeden Fall ein Ort, in dem ich mich sehr wohl fühle.

Im Anschluss an unseren Rundgang brechen wir zu einer ATV-Tour in die Berge auf. Das Wetter ist immer noch recht bescheiden, aber da man auf so einer Fahrt mit dem All Terrain Vehicle weder den Pfützen noch dem Schlamm  ausweichen kann – und das ja eigentlich auch gar nicht will- spielen Regen und Nebel eine eher unbedeutende Rolle. Zum Glück werden wir mit Ölzeug, Boots, Handschuhen und Helmen gut gegen jeden Dreck geschützt.  Einen kurzen Moment lang ist es schade, dass die sonst so spektakuläre Aussicht von der Seilbahnstation am Blackcomb Mountain heute nicht einmal zu erahnen ist, aber die Fahrt über holprige Pisten macht so viel Spaß, dass echte Enttäuschung einfach nicht aufkommen kann.

Unser Mittagessen erwartet uns im Whistler Brew House, wo wir außerdem einige der leckeren lokalen Biersorten probieren können. Anschließend machen wir uns auf den Weg in das Squamisch Lil’wat Kulturzentrum und erfahren Wissenswertes über die ersten Bewohner Amerikas, die sogenannten First People.

Als echtes Kontrastprogramm zu unserem eher zünftigen Tagesverlauf verbringen wir den heutigen Abend als Gäste des schlossähnlichen Hotels Fairmont Chateau Whistler, wo bereits ein köstliches Dinner auf uns wartet.

Der nächste Tag beginnt genauso schmackhaft, wie der letzte endete, denn bevor wir mit den startbereiten Campmobilen die Bergwelt Whistlers wieder verlassen, bekommen wir im Westin Resort & Spa noch ein ausgiebiges Frühstück serviert. Heute Morgen gibt es bequeme Sitzgelegenheiten für alle und schön warm ist es im lichtdurchfluteten Frühstücksraum ebenfalls.

Ziel unserer heutigen Etappe ist der Rathtrevor Provincial Park auf Vancouver Island.  Die größte Insel der kanadischen Provinz British Columbia ist zugleich auch die größte nordamerikanische Insel im Pazifik.  Hier herrscht das mildeste Klima von ganz Kanada, wodurch eine atemberaubende und vielfältige Landschaft mit üppiger Vegetation, Regenwäldern und wunderschönen, weitläufigen Stränden entstehen konnte. Unser Weg führt uns also von Whistler zurück zur Horse Shoe Bay, von wo aus wir mit einem Schiff der BC Ferries nach Nanaimo übersetzen werden. Ein wenig besorgt fragen wir uns, ob es wohl gelingt, unsere Fahrzeuge heil auf die Fähre zu bugsieren und sie ordentlich in Reih und Glied auf dem Parkdeck abzustellen. Vor Ort am Fährterminal stellt sich jedoch schnell heraus, dass alle Sorgen unbegründet sind. Verglichen mit den großen Trucks, haben unsere Campmobile immer noch eher bescheiden Ausmaße und so rollen wir einer nach dem anderen entspannt  an Bord. Die Überfahrt dauert rund 1,5 Stunden und führt vorbei an einer großartigen Küstenlandschaft mit unzähligen kleinen Inseln und versteckten Fjorden.
Nach der Ankunft auf Vancouver Island besuchen wir den Englishman River Falls Provincial Park und wandern durch einen wildromantischen Regenwald, der heute seinem Namen alle Ehre macht, denn es regnet wieder ohne Unterlass. Dafür führt der Englishman River aber umso mehr Wasser, das sich hier in zwei eindrucksvollen Fällen in eine tiefe Schlucht stürzt.

Die heutige Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz des Rathtrevor Proivincial Parks, der unmittelbar an der Strait of Georgia liegt. Die Gewässer zwischen Vancouver Island und Vancouver sind die Heimat von Orca-Walen und zahlreichen anderen Meeressäugern. Mit etwas Glück lassen sich die Tiere direkt vom kilometerlangen Sandstrand aus beobachten.

Da uns auch der nächste Morgen mit einem kräftigen Regenguss begrüßt, wird kurzerhand das größte unserer Campmobile, ein stattlicher Bus von 10 Metern Länge, zum allgemeinen Frühstücksraum. Dank der praktischen Slide-Outs haben wir im Inneren tatsächlich Platz für alle 16 Reiseteilnehmer, Rührei mit Speck vom Gasherd inklusive.

Auf der  anschließenden Fahrt nach Victoria, der am Südzipfel von Vancouver Island gelegenen Hauptstadt British Columbias, legen wir einen Stopp  im Merridale Ciderworks & Bistro ein, wo wir die Ergebnisse der hiesigen Apfelweinindustrie probieren können. Den nächsten Halt machen wir dann bei einer der Hauptattraktionen der Insel, den Butchart Gardes. Dieser in einem alten Steinbruch entstandene und liebevoll angelegte Komplex ist in Familienbesitz und zählt zu den „Natural Historic Sites of Canada“.  Bevor wir das Gelände betreten, frage ich mich, wie sehenswert ein kanadischer Garten im späten Oktober wohl sein kann – und werde prompt eines Besseren belehrt:  Die Herbstblumen stehen in voller Blüte und die Blätter der Ahornbäume leuchten in allen erdenklichen Rottönen. Es ist wunderschön!

Den Tag beschließen wir mit einem abendlichen Spaziergang durch das koloniale Erbe der schönen Hafenstadt Victoria. Wir schlendern am Hafen entlang, bewundern das  Parlamentsgebäude und das stattliche Empress Hotel  sowie zahlreiche andere prächtige Häuser, die diesem Ort einen Hauch von britischer Eleganz verleihen.
Nach dem Aufwachen, heißt es Abschied nehmen von der Insel. In Swartz Bay nahe Sydney gehen wir erneut an Bord der BC Ferries und setzten über nach Tsawwassen, um von dort aus wieder nach Vancouver zu gelangen. Gebannt stehen wir an Deck, als in der Ferne die Silhouette der drittgrößten Stadt Kanadas auftaucht.

Vancouver wird nicht umsonst als „Perle des Pazifiks“ bezeichnet.  Mit ihrer einzigartigen Mischung aus kanadischen, europäischen und asiatischen Einflüssen und ihrer traumhaften Lage inmitten einer grandiosen Naturkulisse, gehört sie eindeutig zu den schönsten Städten der Welt.

Die kulinarischen und kulturellen Möglichkeiten sind hier schier unbegrenzt und eine Fülle von Attraktionen wartet auf den Besucher. Ein  Einkaufsbummel auf der Robson Street, ein Besuch der spektakulären Capilano Suspension Bridge, ein Streifzug durch die Markthallen von Granville Island, ein Rundflug mit dem Wasserflugzeug, ein Spaziergang durch den Stanley Park mit anschließendem Besuch des berühmten Aquariums, eine Sunset Dinner Cruise mit Ausblick auf die abendliche Skyline Vancouvers oder eine atemberaubende, virtuelle  Reise mit der Flugsimulation „FlyOver Canada“ – dies alles und noch viel mehr ist möglich in dieser wundervollen Stadt.

Und am letzten Tag der Reise meint es auch endlich das Wetter gut mit uns. Die Sonne scheint, der Himmel über der Stadt ist strahlend blau – genausoso werde ich Vancouver in Erinnerung behalten!


Fazit

Eine tolle Reise, die Lust auf noch viel mehr Kanada gemacht hat!


Herzliche Grüße
Katja Hoff

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