Buen Camino – oder: Ich bin dann mal weg

Von Giannina Rosa |15.10.2018

Einfach mal auf Reisen gehen, das „normale Leben“ ausschalten und nur ganz bei sich selbst sein? Ich erzähle euch heute über eine eher ungewöhnliche Art Urlaub zu machen. Wie schon Hape Kerkeling in seinem Buch „Ich bin dann mal weg“ schreibt, wird der Jakobsweg, benannt nach dem hl. Jakobus, auch „Camino“ genannt. Aus vielen Ländern Europas kann man diesen Weg beginnen und nach Santiago de Compostela pilgern. Sich gegen den Badeurlaub und für den Pilgerurlaub zu entscheiden kann viele Beweggründe haben: Viele sind aus religiösen Gründen, Dankbarkeit oder nach einem Schicksalsschlag in ihrem Leben dort unterwegs. Andere erfahren den Grund vielleicht auch erst vor Ort. Egal welcher Grund einen dazu bewegt diesen Weg zu gehen- Must have ist der Pilgerpass. An jeder Stempelstation den lang ersehnten Stempel der Etappe für den Pilgerpass zu ergattern, ist auf diesem Weg das Größte. Dieser Stempel spiegelt die Überwindung, die Anstrengungen, die schmerzenden Füße und alle wundervollen Erlebnisse wieder – die Belohnung für die kilometerlange Reise.

Wenn man mindestens 100km auf dem Jakobsweg zurückgelegt hat, kann man seinen Pass in Santiago de Compostela im Pilgerbüro vorlegen und erhält zusätzlich zum Stempel die „Compostela“.
Sie ist eine Urkunde, welche den Besuch der Kathedrale und damit das Ende der Wallfahrt auf dem Jakobsweg bescheinigt. Dies wurde vor hunderten von Jahren eingeführt, damit die Pilger damals einen Beweis vorlegen konnten, dass sie wirklich in Santiago de Compostela angekommen sind – denn das hätte ihnen sonst ja niemand geglaubt!
Der Weg durch viele kleine Ortschaften, entlang einiger Straßen, zwischen Gärten und vorbei an Feldern, Wiesen und Wäldern - Wirklich beeindruckend! Egal welche Nationalität, man grüßt sich stets mit „Buen Camino“, um Jedem nur das Beste auf seinem Weg zu wünschen. Ob man diesen Weg ganz alleine geht oder sich einer Gruppe anschließt, dies bleibt jedem selbst überlassen. Um den Weg nach Santiago de Compostela zu finden, braucht man keine Karte. Die markierten Steine aus Granit weisen jedem Pilger stets den Weg. Man kommt vorbei an kleinen Erfrischungsständen sowie kleinen Kapellen um inne zu halten. 
Ich selbst hatte das Vergnügen einen kleinen Teil des Jakobsweges kennen zu lernen. 17 km außerhalb von Santiago de Compostela startete ich in einer kleinen Gruppe meine „kleine Etappe Jakobsweg“. Auf unserer Wanderung fühlten wir uns nach einigen Kilometern bereits sehr mit den Pilgern verbunden. Die anfänglichen Unterhaltungen wurden ruhiger und wir genossen die Landschaft – unseren, wenn auch nur kurzen, Jakobsweg. Nach einigen Kilometern konnten wir richtig nachvollziehen, was Pilger zu diesem Weg bewegt und vor allem wie glücklich sie sein werden, wenn sie ihr Ziel erreicht haben.
Etwa 5 km vor Santiago empfängt uns schon von weitem die prächtige Kathedrale dieser wunderschönen Stadt. Selbst nach solch einem kurzen Stück Jakobsweg gab uns dieser Anblick neue Energie für die letzten Kilometer bis zu unserem Ziel- Santiago de Compostela!
Endlich an der Kathedrale angekommen empfängt uns eine ganz besondere Stimmung: Viele Pilger liegen sich vor Freude in den Arme – denn alle haben es geschafft - Ihren Weg erfolgreich zu bestreiten. Einige können es gar nicht fassen und sitzen einfach nur andächtig vor der Kathedrale und genießen „ihren“ Moment. In der Kathedrale Platz genommen beeindruckt mich die Architektur und die Aufmachung dieses wundervollen Gebäudes. Man hat das Gefühl- hier kommt die ganze Welt zusammen. Pilger, Touristen & Einheimische. Alle sind hier willkommen: Pilger in Wanderoutfits oder Flip Flops, Touristen mit ihren Reiseführern & Einheimische, die dem abendlichen Gottesdienst beiwohnen: Jung & alt füllten die Kathedrale bis zum letzten Platz. Ich habe während des Gottesdienstes zwar inhaltlich nichts verstanden, das war aber auch nicht wichtig. Ich genoss den Moment und die emotionale und andächtige Stimmung aller Besucher und Nationen sehr.

In Santiago de Compostela gibt es noch viel mehr zu entdecken:  
Die wundervolle Altstadt, mit ihren alten Gebäuden und den kleinen verwinkelten Gassen fällt ebenfalls direkt ins Auge. In der Altstadt, in den kleinen Gassen, findet man viele Restaurants, Bars, einheimische Geschäfte und kleine gemütliche Hotels. Ganz besonders gefiel mir der Wochenmarkt, welcher jeden Samstag stattfindet. Man hat das Gefühl, dass hier die Zeit stehen geblieben ist. Hier verkaufen die meist älteren Herrschaften ihr Obst, Gemüse, oder selbst gefangen Fisch und Meeresfrüchte. 
Zwischen April und September ist Santiago stets gut besucht. In dieser Zeit begeben sich nicht nur die Pilger auf „ihren“ Weg: Santiago heißt auch Besucher abseits des Jakobsweges herzlich willkommen!

Galizien hat, was kaum einer weiß, viele tolle Strände und ist für seinen Fischfang national bekannt. Etwa 1 Fahrstunde von Santiago de Compostela entfernt erreicht man die Küste. Für Muschel-Liebhaber empfiehlt sich ein Bootsausflug zu Muschelbänken inklusive Verkostung. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen: Da es reichlich Muscheln gab, durfte ich sogar einige dieser Meeresfrüchte an die Möwen verfüttern. Das Füttern war gar nicht mal so einfach: „Ich werfe jetzt eine Muschel in den Himmel“ das habe ich gedacht, aber nein, die geöffnete Miesmuschel hält man in den Händen und muss auch nicht lange warten, schon pickt sich eine Möwe das Muschelfleisch heraus. Es kostete mich schon ein wenig Überwindung


Fazit

Mein persönliches Highlight: der Jakobsweg und Santiago de Compostela! Ich könnte noch sehr vieles mehr erzählen, denn mein Herz ist noch immer in Santiago de Compostela! Wenn auch Sie IHREN Camino bestreiten möchten, stehe ich Ihnen mit vielen weiteren Infos gerne zur Verfügung!


Buen camino und bis bald! Giannina Rosa

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