Für Sportskanonen, Wanderlustige, Ruhesuchende und In-sich-gehende – der Jakobsweg

Von Julia Welz |12.10.2017

Einmal zum „Ende der Erde“ . Das war das Ziel. Da aber die Zeit, Motivation und Kondition nur 2 Wochen zugelassen haben, musste ich den Camino Frances „etwas“ abkürzen und bin, nach einer Nacht in dem wunderschönen León, in Astorga gestartet. 10 Lauftage und ca. 185,7 km später bin ich dann in Fisterra am Atlantik angekommen.

  Nur knapp 7 kg Gepäck inklusive einiger Packungen Tapes, Blasenpflaster und Müsliriegel begleiteten mich auf meinem Weg. Ich war wild entschlossen den Weg ganz alleine zu bestreiten. Und es war großartig! Kein gezwungener Smalltalk, keine Menschenansammlungen. Einfach nur die Natur bewundern und die Stille hören. Auch Dinge, wie zum Beispiel alleine abends Essenzugehen, für mich in Deutschland undenkbar, empfand ich als wunderbar. Anfangs. Nach einer Woche war ich dann doch sehr froh auf meinen Partner zu treffen und einen guten Gesprächspartner und Wegbegleiter an meiner Seite zu haben.    
Wenn man ohne Probleme loswandert, wird man feststellen, dass andere Pilger fast schon ein bisschen enttäuscht sind. Die Top 5 der Fragen sind nämlich folgende: Wie heißt du? Woher kommst du? Warum läufst du? Wie viele Kilometer läufst du pro Tag? Was machst du beruflich? Ich musste feststellen, dass die Antwort auf Frage 3, nämlich einfach die Erfahrung einer Fernwanderung zu machen, es nicht einmal unter die Top 100 Antworten der Fragenden geschafft hat. Die meisten Pilger haben persönliche Probleme wie eine kürzliche Scheidung/Trennung oder möchten sich im Beruf um-/neuorientieren. Einfach so wandern? Für viele scheinbar undenkbar. Dabei ist es ein sehr befreiendes Gefühl alle Dinge, welche man für 2 Wochen benötigt, in einem Rucksack verstauen zu können.     Auch für unerfahrene Wanderer ist er optimal, weil man sich gar nicht verlaufen kann. An jeder Gabelung findet man die berühmten Muscheln, die den Weg kennzeichnen. Auch als Frau ist der Jakobsweg gut alleine zu bewandern.    Dennoch muss man sich im Klaren sein, dass man auf dem Jakobsweg mit einigen Herausforderungen konfrontiert wird: man denkt über viele Dinge nach (auch wenn man das weder geplant hat, noch möchte), die Geruchs- und Lärmbelästigung durch andere Pilger in den Herbergen und die eigenen Füße (Schmerz und Geruchsbelästigung gleichermaßen).    


Fazit

Ich kann eine Wanderung auf dem Jakobsweg sehr empfehlen. Wie bei jeder Reise wird man nicht so wieder heimkommen, wie man abgereist ist.


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