Vietnam - von Hanoi bis Ho Chi Minh City (Saigon)/Backpacker-Reise

Von Claudia Christ |22.11.2016

Wunderschöne Berglandschaften, beeindruckende Felsformationen, saftig-grüne Reisterrassen bzw. Reisfelder, riesige Sanddünen, bunte Fischerboote, traditionelle Kaisergräber, zahlreiche Cham-Heiligtümer und schöne Badestrände – eine individuelle Reise durch Tradition und Moderne!

Hanoi's quirlige Altstadt

Als wir in Hanoi ankamen, waren wir zuerst einmal von dem lebhaften Straßenverkehr geschockt. Es ist ein Abenteuer die Straße zu überqueren, doch mit der Zeit hat man den Dreh raus und amüsiert sich über das Verkehrschaos. Die Altstadt ist noch sehr traditionell, und man kann die meisten Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichen. Sehenswert sind unter anderem der Literaturtempel, das Ho Chi Minh Mausoleum, die Tran Quoc Pagode und die St.Joseph’s Kathedrale. Zum Verweilen und dem hektischen Treiben zu entfliehen lädt der Hoan Kiem See ein. 

Halong Bucht - UNESCO-Weltnaturerbe

Am nächsten Tag hatten wir einen Tagesausflug in die Halong Bucht inkl. Mittagessen an Bord gebucht. Nach dem Frühstück wurden wir im Hotel abgeholt und sind mit dem Bus nach Halong zum Pier gefahren. Für 170 km braucht man ca. 4 Stunden, doch verpassen darf man diese bezaubernde Landschaft nicht. Mit einer Holzdschunke ging die Fahrt durch die malerischen Buchten mit Ihren bizarren Felsformationen vorbei an der „Hahnenkampf-Insel“ zu einem kleinen Anlegeplatz. Hier kann man gegen Aufpreis in kleinere Boote umsteigen und in eine seichte Bucht fahren oder alternativ selbst mit dem Kanu dorthin paddeln. Fast 2000 kleine Inseln bzw. Kalksteinfelsen ragen in der Halong Bucht aus dem Meer, das Panorama hat uns sehr beeindruckt, nur das Wetter hätte etwas besser sein können. Die Besichtigung der Sung Sot Höhle war im Ausflugsprogramm ebenfalls enthalten. Auf einem Rundweg kann man durch die Höhle spazieren und dabei die in verschiedenen Farben angeleuchteten Stalagmiten und Stalaktiten bewundern. Danach ging es zurück nach Hanoi.

SA PA

Frühmorgens fuhren wir mit dem Schlafbus nach Sa Pa in der Provinz Lao Cai. Das kleine Bergstädtchen liegt auf ca. 1600 m Höhe, daher ist es hier häufig sehr frisch. Man hat hier eine hervorragende Sicht auf den Fan Si Pan, welcher mit 3143m der höchste Berg des Landes ist. Nach dem Mittagessen wanderten wir in das nahe gelegene Dorf Cat Cat, in dem hauptsächlich Schwarze H’mong wohnen, einem der größten und farbenfrohsten Minderheitenvölker der Region. Man wird den ganzen Weg von freundlichen, traditionell gekleideten Frauen begleitet, welche Ihre selbstgemachten Souvenirs zum Kauf anbieten. Die Bergregion bietet schöne Aussichten auf die Reisterrassen, die um diese Jahreszeit leider nur braun und abgeerntet sind, aber dennoch sehenswert. Vorbei an hohem Bambus und einem kleinen Wasserfall erreichten wir das Ende des Dorfes. Hier standen bereits Roller-Taxis, die einen gegen eine kleine Gebühr zurück nach Sapa bringen. Hier bummelten wir etwas durch den Ort und kehrten dann müde, aber mit vielen tollen Landschaftsaufnahmen in unser Hotel zurück.

HOI AN

Wir fuhren morgens wieder zurück nach Hanoi, verweilten nachmittags am Hoan Kiem See und stiegen abends in den Schlafwagen-Zug nach Da Nang. Am darauffolgenden Tag mittags kamen wir in Da Nang an und ein Taxi brachte uns nach Hoi An. Nach dem Zimmerbezug verschafften wir uns einen ersten bezaubernden Eindruck. Den nächsten Tag wollten wir einfach nur relaxen, mit einem Leih-Fahrrad für 1 Dollar sind wir die ca. 4 km zum Cua Dai-Strand geradelt. Allerdings sind wir gleich weiter zum An Bang-Strand da wir diesen schöner fanden. Hoi An ist ein kleines und bei Touristen sehr beliebtes Städtchen, die meisten bleiben länger als geplant, wie auch wir. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt mit den bunten Häusern und Tempeln kann man die Sehenswürdigkeiten erkunden, wie z.B. die japanische Brücke, alte Häuser und Familienschreine. Unzählige Souvenirgeschäfte, viele Galerien und noch mehr Schneider und Bekleidungsgeschäfte laden zum Shoppen ein. Lassen Sie sich doch mal mit einer Rikscha durch den Ort fahren – oder machen Sie am Abend eine romantische Bootsfahrt auf dem Thu Bon Fluss. Die vielen bunten chinesischen Lampions in der ganzen Stadt sind fast schon etwas kitschig, aber irgendwie hat der Ort eine einzigarte Ausstrahlung. Es ist sehr gemütlich abends in einem der vielen Restaurants oder Cafe’s zu sitzen und die Leute und das Treiben auf den Straßen zu beobachten.   

MY SON

Für heute haben wir eine Fahrt nach My Son gebucht. Die Tempelanlage, welche von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt wurde, liegt ca. 45 km von Hoi An entfernt. In einem bewaldeten Tal liegt die heiligste Stätte der Cham mit Ruinen und Überresten von ehemals 70 Bauwerken verschiedener Stilepochen der Cham-Architektur. Ein großer Teil der Bauwerke wurde bei den Bombardierungen durch die USA schwer beschädigt. Nach dem Krieg wurden dies zum Teil wieder restauriert und sind heute sehr sehenswert und ein beliebtes Ausflugsziel.    

MUI NE

Nach unserem doch etwas längerem Aufenthalt (4 Nächte) in Hoi An, fuhren wir mit dem Sleeping-Bus über Nha Trang nach Mui Ne. Eigentlich wären wir gerne mit dem Nachtzug gefahren, aber diese waren alle ausgebucht und somit verbrachten wir eine Nacht und einen halben Tag im Bus. In Mui Ne buchten wir 3 Nächte das Canary Hotel, welches sehr schön direkt am Strand liegt. Ein Geheimtipp ist Mui Ne schon lange nicht mehr, hier machen sehr viele Pauschal- touristen aus Osteuropa Urlaub, Deutsche trifft man hier selten. Das Fischdorf Mui Ne lebt vom Fischfang und der Produktion der berühmten Fischsoße. Die vielen Fischerboote im türkisfarbenen Meer sind ein tolles Fotomotiv. Wir buchten für einen Tag einen Jeep-Ausflug zu den weißen + roten Sanddünen. Die weißen Sanddünen liegen etwas außerhalb am Ban Ba-See. Hier gingen wir ein Stück zu Fuß durch die sandigen Berge, die Landschaft erinnert eher an die Sahara als an Südostasien. Anschließend fuhren wir zurück nach Mui Ne zu den roten Sanddünen und gingen auch hier ein Stück zu Fuß. Die Landschaft hier im Süden  mit den Sandünen, ihren roten zerklüfteten Felsen und dem türkisblauen Meer sind einen Abstecher wert, wenn man genügend Zeit hat.

HO CHI MINH CITY (SAIGON)

Die Transferzeit von Mue Ne nach Saigon beträgt ca. 5 Stunden. Wir kamen gegen 19 Uhr an und übernachteten im Eden Garden Hotel. Am nächsten Tag erkundeten wir die Stadt zu Fuß auf eigene Faust. Saigon hatte nach 1975 lange Zeit einen Wachstumsstillstand, doch seit Anfang der 90er-Jahre zieht es wieder Besucher aus aller Welt in die Stadt. Das heutige Ho Chi Minh City entwickelte sich zu einer modernen, westlich orientierten Stadt. Wir besuchten unter anderem den Wiedervereinigungspalast, das Kriegsrelikte-Museum, die Notre-Dame-Kathedrale, das Postamt, das Stadttheater und die Pagode des Jadekaisers. Auf dem Ben Thanh-Markt vergeht die Zeit viel zu schnell, die Vielzahl an Souvenirs, Schuhen, Kleidung, Taschen, Schmuck, Holzschnitzereien und vieles mehr laden zum Shoppen ein. Abends stehen eine Vielzahl an Restaurants, Bars und Clubs zur Verfügung – Langeweile kommt sicher nicht auf!

MEKONG DELTA

Wir haben einen Tagesausflug von Saigon aus ins Mekong Delta gebucht, welches zu den größten Deltas der Welt gehört. Für die Tagestouren fahren die Busse nach My Tho, der Hauptstadt der Provinz Tien Giang. Von hier starten die Ausflugstouren per Boot entlang Dragon Island, Unicorn Island, Phoenix Island und Turtle Island. Wir schipperten an einem Fischerhafen, der Rach Mieu Brücke und einer Bootswerft vorbei. Unser Motorboot brachte uns in die Provinz Ben Tre. Ein kleines Pferdegespann kutschierte uns zum Ortskern, hier wurde uns die Herstellung von handgemachten Kokosnuss-Candy demonstriert und zum Kauf angeboten. Ein schönes Mitbringsel für zu Hause. Wir wechselten in ein kleineres Motorboot und fuhren die üppig, grünen Kanäle entlang zu einem kleinen einheimischen Lokal, wo es ein typisch vietnamesisches Mittagessen gab. Auf Unicorn Island spazierten wir durch einen Obstgarten, bekamen eine Kostprobe einiger Früchte, begleitet mit traditionell vietnamesischem Gesang. Unser Guide zeigte uns auf einer kleinen Bienenfarm, wie dort der Honig hergestellt wird. Weiter mit einem kleinen Ruderboot fuhren wir ein Stück durch die idyllisch, friedlichen Kanäle. Zurück am Bootsanleger ging es zurück nach Saigon.

Cao Dai-Tempel und Cu Chi Tunnels

Auf unserem heutigen Programm stand der Besuch des Cao Dai-Tempel und die Cu Chi Tunnels. Bis zu der ca. 90 km von Saigon entfernten Tempelanlage brauchten wir für die Busanreise 3 ½ Stunden. Wir kamen gerade noch rechtzeitig an, um die beeindruckende Tempelanlage in seiner vollen Pracht zu fotografieren. Nach 12 Uhr mittags ist dies nämlich verboten, da hier die Zeremonie stattfindet, an welcher wir teilnehmen durften. Der größte, farbenprächtige Tempel der synkretistischen Cao Dai Religion ist innen mit drachengeschmückten Säulen verziert und wird von einem riesigen Allsehenden Auge dominiert. Auf dem Rückweg Richtung Saigon besuchten wir eine Werkstatt in der hauptsächlich Kriegsveteranen arbeiten. Hier werden mit Eierschalen, die schönsten Bilder, Teller, Aschenbecher usw. hergestellt. Weiter ging es zu den Cu Chi Tunnels. Das über 220 km lange Tunnelsystem war für viele Jahre während des Krieges Unterschlupf für Kämpfer und auch für Familien.  Auf einem Rundweg erhält man einen Einblick in die Lebensweise der leidgeplagten Vietnamesen. Wer will, kann in ein winziges Erdloch steigen oder ein kurzes Stück durch das Tunnelsystem zurücklegen, allerdings sollte man nicht an Klaustrophobie leiden. Ich habe normalerweise keine Angst vor Enge, aber nur in Hockstellung durch den Tunnel, das war schon ein sehr beengendes Gefühl. Wenn man sich vorstellt, dass die Vietnamesen dort Jahrelang lebten, ist dies schon sehr ernüchternd.

PHU QUOC

Die letzten paar Tage verbrachten wir einen erholsamen Badeurlaub auf Phu Quoc. Die Insel liegt im Südwesten und ist geologisch deutlich näher an Kambodscha als am vietnamesischen Festland. Ein Geheimtipp ist sie zwar nicht mehr, aber die Insel hat immer noch wunderschöne, teils unberührte Sandstrände. Phu Quoc ist die größte Insel Vietnams und ist mit ihren vielen Bergen und Hügeln eine sehr grüne Insel. Hier wird auch sehr guter Pfeffer angebaut, doch berühmt ist sie durch die Herstellung ihrer berühmten Fischsoße.    Leider verschwinden die urwüchsigen Fischerdörfer immer mehr und müssen dem Tourismus weichen. Wir wohnten in einer netten Bungalowanlage ca. 2 km südlich von Duong Dong. Den 20km langen Bai Truong (Langer Strand) ist ca. 10 Gehminuten entfernt. Die Anlage ist sehr schön und ruhig gelegen und von der Skybar kann man die tollen Sonnenuntergänge genießen. Mit einem Motorroller erkundeten wir die Insel auf eigene Faust.


Fazit

Auch der schönste Urlaub geht einmal zu Ende. Mit vielen neuen Eindrücken, schönen Erlebnissen und jeder Menge toller Fotos kehrten wir wieder nach Deutschland zurück. Der Tourismus entwickelt sich leider explosionsartig – es wird zwar noch einige Zeit dauern, aber meine Empfehlung - nichts wie hin – wenn Sie Vietnam noch teils ursprünglich erleben möchten!


Ihre Claudia Christ
Tel: 0881 - 3000
Reisebüro Simader
www.reisebuero-simader.de

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