Schottland - Unterwegs im Land der Sagen und Mythen

Von Lea Petermann |08.03.2016

Eine Woche für ein so vielfältiges Land. Ist das nicht ein bisschen wenig? - Nein, es reicht vollkommen um einen ersten Eindruck zu bekommen. Denn wer einmal in Schottland war, wird nicht das letzte Mal dort gewesen sein.
Nur was steht auf der großen "To-Do-Liste"?

Die ersten Eindrücke der Großstadt

  Im Mai dieses Jahres war ich für eine Woche in Schottland. Vorher schon genauestens Vertraut mit allen Sehenswürdigkeiten, der Natur und dem Linksverkehr flogen wir ab Hamburg mit Easyjet direkt nach Edinburgh, der Hauptstadt Schottlands.    

Dort angekommen und den von Deutschland aus gebuchten Mietwagen entgegengenommen, ging die turbulente Fahrt im Linksverkehr schon los - doch kein Grund zu Panik. Nach einem Tag beherrscht man die spiegelverkehrte Verkehrsführung wie im Schlaf.  

Jetzt hieß es die Unterkunft in der Stadt finden. Ein Jugendhostel direkt im Stadtkern und nahe des Edinburgh Castles. Als erstes fiel mir auf, dass Edinburgh eine wunderschöne Stadt ist. Tolle alte Gebäude und schöne kleine Läden, die jegliche Spezialitäten und Delikatessen verkaufen und sehr viele Einbahnstraßen!  

Früh morgens ging es dann zum Frühstücksraum. Ein tolles Buffet zum kleinen Preis wurde frisch serviert von Baked Beans über Sausages bis hin zu Haggis - ich hatte schon mehrfach davon gelesen und wusste, dass es aus den Innereien eines Schafes bestand. Trotz der Herkunft sah es sehr ansehnlich aus und schmeckte mit Ketchup wie eine Frikadelle.    

Los geht die Fahrt...

...in Richtung Norden. Entlang am schönen Küstenweg machten wir unseren ersten Stopp in "Arbroath", ein kleines Dörfchen direkt am Meer. Da es mittlerweile schon Mittag war kauften wir uns fangfrische Krabben und ein Baguette und genossen die Sonne, die auf den Glitzernden Ozean fiel. Krabben und Wasser, das bringt auch gleich Möwen mit sich und was für welche. So große Meeresvögel habe ich noch nie gesehen, da mussten wir gut auf unsere Krabben aufpassen und sie schnell aufessen.    

Dann ging es wieder weiter auf dem Weg nach Aberdeen.    
Schlösser und vor allem welche in denen es spukt, gibt es in Schottland zu genüge. Deswegen haben wir am frühen Nachmittag noch einen Stopp bei strahlendem Sonnenschein in Stonhaven eingelegt. Dort steht auf einem Hügel, der nur über eine Brücke erreichbar ist das Dunattor Castle. Auch wenn es schon sehr zerfallen ist, konnte ich mir gut vorstellen, dass diese Burg schwer einnehmbar war im Jahrhundert.

Aberdeen - die silberne Stadt. Durch einen hohen Anteil an Graphit in den Steinen der Häuserfassaden glitzert die Stadt förmlich bei Sonnenschein - und den hatten wir. Der Stil der Häuser ist sehr massiv und etwas hanseatisch. Vermutlich durch die nahe Lage an dem Meer und dem Hafen.

Querfeldein ging es gegen Abend nun in Richtung Keith unserem Stopp für den heutigen Tag. Ein kleines Bed and Breakfast direkt über einem Pub - wie soll es auch anders sein.

Whisky in the jar

  Der Malt Whisky Trail. Ein Weg, der die Destillen und Küfereien verbindet, die sich der Speyside Cooperage angeschlossen haben. Der Speyside, ein kleiner Bach der in der Gegend entspringt, versorgt alle Destillen mit frischem Quellwasser. Eines der Reinheitsgebote des Whiskybrauens in Schottland.

Schon die Straßenschilder wiesen auf den bevorstehenden Whisky Trail hin.    
Die erst Destille, die wir nach dem Aufbruch in Keith erreicht haben war Glenfiddich in Dufftown. Eine sehr populäre Whiskydestillerie, mit einer sehr alten Familiengeschichte und Tradition. Kurzerhand entschlossen wir uns, an einer Führung über das Gelände und durch die Produktionsstätten mitzumachen. So erhielten wir einen tollen Einblick in die Kunst des Whisky herstellens. Das Ende der Führung war eine Verkostung, die auch in den anderen Destillen angeboten wird. Es wurden verschiedene Whiskys  aus unterschiedlichen Jahrgängen und somit verschiedenen Reifeprozessen präsentiert.    

HINWEIS: Seit Anfang des Jahres gilt in Schottland eine 0,00 Promillegrenze für Kraftfahrzeugführer. Deswegen vorher gut überlegen, wer an dem Tag noch fahren muss.  

Nessi - das Seeungeheuer

  Nach unserem Besuch bei Glenfiddich haben wir uns etwas weiter in den Süden begeben in Richtung Loch Ness und der Highlands.  
Leider ließ uns der Sonnenschein etwas im Stich und so mussten wir das Loch Ness im Dauerregen auf uns wirken lassen. Im Süden des Loch Ness liegt das Urquhart Castle. Von dort aus hat man einen super Blick auf das, an diesem Tag sehr verregnete Loch Ness.    
Das Wetter lud nun nicht wirklich zum langen verweilen ein deswegen machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft in Dornie.    
Da wir wieder die tollen Küstenstraßen mitnehmen wollten, fuhren wir durch Inverness die Stadt am nördlichsten Zipfels des Loch Ness.    

Auch hier hat die Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Prunkvolle Statuen und schöne kleine verwinkelte Gassen luden zu einem kleinen Spaziergang nach der langen Fahrt ein.    
Endlich erreichten wir Dornie und bezogen unser kleines Non-Ensuite-Zimmer. Leider meinte es der Regengott nicht gut mit uns. Es regnete den ganzen Tag weiter bis in die Späten Abendstunden. Doch das änderte nichts daran, dass wir uns das Eilean Donan Castle aus nächster Nähe angeschaut haben. Einigen dürfte der Name oder zumindest das Äußere des Schlosses ein Begriff sein. Ich sage nur: Christopher Lambert als "Highlander" oder Pierce Brosnan in "James Bond 007 - The world is not enough".  

Auf der Führung durch die Burg mit einem waschechten Schotten in Kilt und Tartan konnte man viel über die Geschichte und strategisch günstige Lage lernen. Denn die kleine Insel, auf der das Schloss steht liegt im Treffpunkt von drei Meeresbusen. Somit musste man das Schloss passieren um ins Landesinnere zu gelangen.      
Am Abend haben wir uns dann in einem kleinen Pub mit Livemusik und leckerem Essen aufgewärmt.    

TIPP: The Clachan in Dornie - ein urtypischer schottischer Pub mit traditionellen Spezialitäten(Fish'n'Chips, Haggis) und regionalen Produkten(fangfrischer Fisch und Wild) ist der perfekte Ort nach einem anstrengenden verregneten Tag. The Clachan hat ein super Preisleistungsverhältnis.

Die Wolken Insel und eine Fahrt mit der Fähre

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück ging es in Richtung Skybridge. Diese verbindet das Festland in Kyle of Lochalsh und die größte Insel der inneren Hebriden - die Isle of Skye.    
Die Überfahrt auf der Brücke ist kostenfrei.    
Angbekommen auf der Isle of Skye merkt man sofort, dass man nicht mehr auf dem Festland ist und eine ganz eigene Welt betritt. Braune Hügel, schneebedeckte Gipfel, zerklüftete Klippen und Wasserfälle in jeder Form und Länge soweit das Auge reicht.    

Dicke Nebelschwaden hängen in den Bergen und die Sonne kommt nur vereinzelt durch die dichte Wolkendecke. Je weiter wir Richtung Norden fahren, desto mehr klärt sich der Himmel auf. Entlang an der Ostküste halten wir bei einem Aussichtspunkt dessen gälische Name "Abhainn An Lethuillt" ist. Der Ursprung dieses Naturspektakels liegt in einem kleinen Rinnsal aus den Bergen, dass sich unter der Straße zu einem großen, braun farbenden , reißenden  Fluss entwickelt der in das schwarzaussehende Meer mündet. Ein atemberaubendes Bild.    
Am Fuße der Klippe steht eine Ruine einer alten Eisenerzschmelze.  
Das Dunvegan Castle liegt im Nord-Westen der Isle of Skye am Rande eines Lochs.  
Hier haben wir auch einen kurzen Stopp eingebaut und die Aussicht genossen.    
Weiter Richtung Norden vorbei an den Feenteichen und weiteren Schlössern sind wir schließlich in Armedale an. Von hier aus haben wir uns eine Fähre genommen, die uns von der Insel zum Festland bringen soll. Die Überfahrt dauert ungefähr eine halbe Stunde und kostet für zwei Personen und einen PKW circa 45,- €.

Fort William und der höchste Berg Schottlands

Kaum sind wir von der Fähre gefahren haben wir schon von der Straße aus eine kleine Bucht gesehen, in der ein kleines Boot lag. Der Strand war strahlend weiß nahezu zu grell zu dem grauen wolkigen Himmel.    
Gottseidank hielt sich das Wetter, so dass wir uns das Glennfinnan Viaduct im Trockenen anschauen konnten. Die sagenumwobene Harry Potter Brücke über die der Hogwarts Express fährt. Da wir uns ja im Land der Sagen und Mythen befinden kann man auch mit dem Hogwarts Express oder auch dem "Jacobite Steam Train" fahren.  

TIPP: Tickets für diese Fahrt sollte man sich im Vorfeld kaufen, da diese dann etwas günstiger sind als vor Ort.      

Nun geht es weiter durch die Ausläufer des Ben Nevis - des höchsten Bergs Schottlands entlang am Loch Eil nach Fort William. Die Altstadt lässt nicht erahnen, dass hier ein paar Jahrhunderten eine große und pompöse Festung gestanden haben muss.

In Fort William kann man toll durch die Altstadt spazieren. Aus unserem Zimmer aus konnten wir direkt auf die verschneiten Gipfel des Ben Nevis gucken. Auf unserem kleinen Spaziergang haben wir den Pub „The Crofter“ gefunden. Eine Sportsbar, in der an diesem Abend überraschenderweise Champions League lief. Auch hier war das Preis-Leistungs-Verhältnis wieder super. Und wenn man wollte konnte man sich an einer Runde Darts oder Billard beteiligen.

Glen Coe und Glasgow

 Der Start in den nächsten Tag begann mit einem Frühstück bei Sonnenschein. Heute wollten wir Glen Coe durchqueren und nach Glasgow fahren.
Ich hatte schon viel von Glen Coe gehört und unsere Gastgeber empfohlen uns es ebenfalls. 
Atemberaubend - das fällt mir zum Glen Coe Tal ein. Lange Straßen mit Seen auf der rechten Seite und Wäldern auf der linken. Manchmal kamen wir an Ruinen von alten Brücken oder Fabriken vorbei. EInen kleinen Stop haben wir zum Mittag am Loch Lomond, dem größten Loch Schottlands gemacht.

TIPP: Einfach mal am Rand in einer Parkbucht anhalten und die Gegend zu Fuß erkunden. 

Schneller als gedacht kamen wir in Glasgow an.  Die Stadt ist geprägt durch Kunst, die Universtäten und die Destillen. Angeblich kommt der beste Whisky aus Glasgow, so klärte uns ein sympatischer Schotte auf. 
Allerdings liegt in Glasgow auch ein großes Industriegebiet, dass das Bild der Stadt etwas stört. Trotzdem lädt die Altstadt zu einem kleinen Bummel ein.  

Edinburgh

Unsere letzten drei Tage haben wir für Edinburgh eingeplant. Schon am Ankunftstag hat und die Stadt schlichtweg aus den Puschen gehauen.   Auf der einen Seite tolle alte Gebäude und auf der anderen ein sehr modernes hippes Viertel.    Unser Hotel lag sehr zentral an der Princes Street, der Einkaufsstraße Edinburghs. In unmittelbarer Nähe befand sich Calton Hill, ein Ausblick über die Stadt.    

TIPP: Einen Sonnenuntergang von Calton Hill aus ist ein sehr romantisches Erlebnis. Jedoch sollte man früh genug vor Ort sein, da viele Fotografen das Spektakel festhalten wollen, wenn die Stadt von der untergehenden Sonne in goldenes Licht getaucht wird.

Am ersten Morgen in Edinburgh hatten wir uns vorgenommen eine grobe Übersicht über die Stadt zu bekommen. Im Hotel lag ein kleiner Stadtplan aus, auf dem uns die Rezeptionistin auch gleich ein paar Sehenswürdigkeiten ein gekringelt hat.  
Begonnen haben wir schon vor unserem Hotel, welches direkt gegenüber des Balmoral liegt. Der Glockenturm des Balmorals hat einen hohen Wiedererkennungswert und prägt die Skyline der Stadt.  
Entlang der Princess Street haben wir hier und dort mal in ein Geschäft geschaut und spontan die Rose Street entdeckt. Auf dieser Straße reiht sich ein Restaurant an das nächste und ein Pub an den anderen. Von Italienisch über Spanisch, Indisch oder auch Schottisch-Englisch.    

TIPP: In Schottland sind die Tageszeiten in Lunchtimes eingeteilt. Die Lunchtime geht in der Regel bis 17:00 Uhr. Zu den Zeiten bekommt einen Hauptgang und ein großes Getränk für ungefähr 10,- €.    

Das Edinburgh Castle ist das Wahrzeichen und der alljährliche Veranstaltungsort des Edinburgh Military Tattoo im August.  
Das Schloss liegt am Ende der Royal Mile einer geschäftigen Straße mit Dudelsackspielern, kleinen Geschäften und kleinen Vorstellungen mitten in der Fußgängerzone.  
Der Grassmarket hat mir mit am besten gefallen. Ein kleines alternativeres Viertel mit kleinen Läden und Museen, Kunstaustellungen, Musikern und einem Wochenmarkt, der auch zum Probieren von Delikatessen aus allen Herrenländern einlädt.  
Am "Eingang" zum Grassmarket steht eine kleine Hundestatue der eine sehr niedliche Geschichte gehört.   
Der kleine Hund namens Bobby gehörte einem Polizisten. Die Rasse, der der kleine Bobby abstammt war im 19. Jahrhundert gerade in Edinburgh bekannt für sein Vertrauen gegenüber dem Herrchen.    
Auf der Royal Street gibt es zu dem jeden Tag einen kleinen Markt, dort werden entweder Seconhand Kleiungsstücke verkauft oder Jungdesinger stellen ihre Kollektionen aus, es gibt eine Ecke wo alte Vinylplatten verkauft werden - mein absoluter Lieblingsstand und kleine Stände mit Waffeln, Kuchen, Kaffee, Tee und weiteren kleinen Leckereien. Der Eintritt ist kostenfrei und findet in der Kirche neben dem Starbucks Café Shop statt.

Leider gingen auch die drei Tage in Edinburgh und die Woche in Schottland  viel zu schnell rum.        


Fazit

Sowohl die Landschaft als auch die tollen Städte haben mich an Schottland sehr fasziniert. Alleine schon in Edinburgh sollte man mehr als zwei Tage verbringen, da diese Stadt so facettenreich ist. Man sollte sich genauestens im Vorfeld überlegen, welche Schlösser man anschauen möchte und kurz recherchieren, wie hoch die Eintrittspreise sind. Diese können locker bei 10 SCP pro Person liegen also ungefähr 15,- €. Gerne bin ich Ihnen bei einer Beratung für eine individuelle Rundreise oder auch eine Städtereise nach Edinburgh behilflich.


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