MS Europa 2 – Einmal Luxus bitte.

Von Denis Bryll |19.01.2017

Möchten Sie einmal die Welt der Reichen und Schönen erleben oder einfach nur auf die hochwertigste Weise einen entspannten Urlaub genießen?
Willkommen auf der MS Europa 2.

MS Europa 2

7 Tage Ostsee ab/bis Kiel

Die MS Europa 2 gilt seit 2014 offiziell als das luxuriöseste Kreuzfahrt-Schiff der Welt.  
Hier gibt es keine Kabinen, sondern nur Suiten mit einem großzügigen Balkon. Das Schiff ist mit 250 Suiten erfreulich klein. Es werden nur die edelsten Speisen angeboten, das Personal ist meist deutschsprachig und hervorragend geschult.

Dafür, dass eine Woche Ostseekreuzfahrt (Route Riga, Stockholm, Gdingen/Danzig und Bornholm) im Mai ab einem Preis von ca. 3400,- Euro pro Person beginnt, erhält der Gast einen entsprechenden Gegenwert.

Die Begrüßung beim Boarding wird natürlich mit Champagner begossen. Dazu werden appetitliche Häppchen gereicht. Auf der „Kabine“ erwartet einen ein Früchtekorb und eine eisgekühlte Flasche Champagner als Willkommensgruß. Es folgt eine kurze Einweisung in die Kabine durch die zuständige Kabinenbetreuung, gefolgt von der einzigen Pflichtveranstaltung an Bord, der Sicherheitsübung. Danach ist Urlaub.  
Es empfiehlt sich, die Spezialitäten- Restaurants zügig zu reservieren, da die Nachfrage das Angebot übersteigen kann. Das französisch geprägte „Tarragon“, der Italiener „Serenissima“ und das Hauptrestaurant „Weltmeere“ zähle ich zu den besten kulinarischen Adressen an Bord. Der Yachtclub ist qualitativ ebenfalls sehr hochwertig, allerdings ist es ein Buffetrestaurant. Das japanische Restaurant „Sakura“ kann ich nicht beurteilen. Da ich die französische oder italienische Küche bevorzuge, stand Sushi nicht auf meinem abendlichen Speiseplan.   

Das Schiff verfügt über einen für Kreuzfahrtverhältnisse großen Pool unter einem elektrischen Schiebedach. Wie üblich findet man auch hier einen SPA, ein Theater und einen Fitnessraum. Zusätzlich gibt es ein Kino und eine Bibliothek.    
Erfreulich sind die Nebenkosten. Obwohl am Bord der Europa 2 keine armen Menschen urlauben, macht man hier nicht den Fehler und nimmt die Gäste bei den Getränken aus. Ein perfekt gemixter alkoholischer Cocktail kostet an Bord fast einheitlich 5,30 Euro und ohne Alkohol 3,70 Euro. Die Weinpreise sind nur verdoppelt und nicht wie sonst in der Gastronomie üblich, verdreifacht. Das ist fair.  
 
Über die Abendunterhaltung kann ich nur so viel sagen, dass sie an zwei Tagen sehr gut war (ABBA- Coverband und Poolparty mit Livemusik) und an den restlichen Tagen hochwertig (zwei Abende mit Samuel Schürmann), aber falsch gewählt, weil JAZZ nicht massenkompatibel ist (das Theater war an beiden Abenden fast leer) oder schlecht organisiert (zwei Abende Comedy im kleinen Jazzclub für fast 500 Passagiere passt nicht).    

Die Kleiderordnung ist simpel. Die Herren tragen lange Hosen und abends in allen Restaurants außer im Yacht Club und in der Sansibar ein Jacket. Smart Casual, also sehr lässig. Es gibt Zweier-Tische für Paare, die etwas mit sich anfangen können und Mehrpersonentische, für eine größere Runde.    
Bei all den Jakobsmuscheln, dem Hummer, Kaviar, Rinderfilet, Kalbsfilet, den Langusten, der Gänseleber, den frischen Trüffel, dem Steinbutt, der Seezunge, dem Rehmedaillon, Lammfilet, Seeteufel, freut man sich an Bord auch über ein perfektes Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat im „Weltmeere“.  
 
Wenn man unbedingt Fehler sucht, dann findet man sie auch hier. Die Lobby ist zu stark heruntergekühlt, die Abendunterhaltung war insgesamt dürftig, das Restaurant Elements arbeitet mit guten Produkten, setzt sie aber nicht schmackhaft asiatisch um. Ebenso kann es vorkommen, dass das servierte Essen nicht mehr heiß ist. Es gibt keine Garantie für eine Abend-Reservierung in den Spezialitäten Restaurants. Die furnierten Holzmöbel in den Suiten sind nicht dem Standard angemessen. Darf das auf dem besten Schiff der Welt passieren?
Es sollte natürlich nicht, aber es darf, denn Fehler passieren nun mal. Das Personal ist unglaublich freundlich, das Essen zu 99% fantastisch, der Wohlfühlfaktor extrem hoch, die Kabinen, trotz des Furnierholzes, gemütlich und das Schiff überschaubar. Für mich überwiegen die Vorteile und die meist genannten Nachteile kommen selten bis gar nicht vor oder lassen sich meist beheben.        

Riga ist eine Reise wert. Es handelt sich hier um eine sehr schöne Stadt, für die man allerdings nicht so viel Zeit einplanen muss, da der Stadtkern nicht winzig aber klein ist und es abgesehen vom Dom, dem Rathausplatz, der Freiheitsstatue und dem Jugendstilviertel nicht so viele Sehenswürdigkeiten gibt, wie z.B. andere Hauptstädte zu bieten haben. Riga ist als Stadt sehenswert und lebt von der Atmosphäre, den Häuserfassaden und Gassen. Wer Museen besuchen möchte benötigt natürlich mehr Zeit.        

Stockholm punktet mit einer außergewöhnlichen Lage. Alleine die Anreise mit dem Schiff begeistert durch die mehrstündige Fahrt durch die Schären. Umgeben vom Wasser auf mehreren Inseln verteilt, verzaubert diese Stadt mit Ihren schönen Häusern, den netten Geschäften, den gemütlichen Lokalen.  Stockholm überzeugt  mit seiner unaufgeregten, entspannten Art, den netten Schweden. Hier fühlt man sich einfach wohl. Der Besuch des Vasa-Museums sollte mit eingebaut werden. Um die vor über 300 Jahren gesunkene, 15 Meter hohe(ohne Mast) und zu 95% erhaltene Vasa wurden die Ausstellungsstücke angelegt, so dass man immer einen Blick auf dieses beeindruckende Schiff behält.        

Ein Ausflug nach Danzig inkl. Busfahrt ab/bis Gdingen (ca. 30km), deutschsprachigen Reiseleiter, zweistündiger Stadtbegehung und 3 Stunden Freizeit kostet pro Person 49,- Euro.    Gdingen ist der Kreuzfahrthafen für Danzig und ca. 30 km entfernt. Hier lohnt sich in jedem Fall die Buchung des Stadtrundganges. Wer Danzig das erste Mal von der Brücke vor dem grünen Tor sieht, ist von der Häuserfront bereits begeistert. Ein paar Schritte weiter durch das grüne Tor und man sieht auf beiden Seiten die schönsten Häuserfassaden auf einer Länge von ca. einem halben Kilometer. Die Parallelstraßen und Nebenstraßen erweisen sich als ebenso bezaubernd. Hier steht die größte Backsteinkirche der Welt und in der Frauengasse wurde die Buddenbrooks gedreht, weil hier die  Zeit stehengeblieben scheint. Danzig ist eine Prachtstadt.        

Bornholm als Insel zu erleben, ist an einem Tag unmöglich. Aber das verschlafene Örtchen Gudhjem lohnt alle Male den Besuch. Hier lässt es sich vorzüglich durch die verträumten Gassen bummeln, die Glasmanufaktur besuchen oder frisch geräucherten Fisch probieren. Hier sieht es aus wie in einer Astrid Lindgren Verfilmung. Die typischen Skandinavischen Häuser mit Blick zum Meer gebaut schmiegen sich in den Hang und ergeben ein wunderschönes, friedliches Bild.    

Diese Kreuzfahrt war grandios. Jeder Cent war es wert. Es machte schon alleine Spaß, anderen dabei zuzuschauen, wenn sie sich bemühten, alle übrigen zu übertrumpfen (mein Haus, mein Auto, mein Boot…). Wenn kleine Mädchen im Burberry Outfit am Kinderclub abgegeben werden, das Gucci- oder Louis Vuitton Täschchen extra sichtbar platziert wird…Von dieser Gattung gibt es in der Regel wenige an Bord. Hier gesellen sich eher diejenigen zueinander, die gepflegt aber stressfrei auf eine der schönsten Arten Urlaub machen möchten. Ohne sich zu messen, sondern um zu genießen.

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