Irland

Von Katja Hoff |01.11.2016

Eine Woche auf der Grünen Insel

Am Ring of Kerry

Die Reise beginnt in Berlin Tegel und ich bekomme wieder einmal vor Augen geführt, wie dringend diese Stadt einen neuen Flughafen benötigt. Die Herbstferien haben angefangen und wer heute mit der Air Berlin fliegen möchte, braucht viel Geduld. Schier endlose Warteschlangen winden sich durch die gesamte Halle des Terminals C.

Ich bin froh, dass ich mich nicht einreihen muss, sondern entspannt in nur wenigen Minuten am Schalter der Aer Lingus für meinen Flug nach Dublin einchecken kann.

Über den Wolken scheint, wie immer, die Sonne, doch frage ich mich, wie es nach der Landung sein wird. Irland wäre nicht so schön grün, wenn es dort nicht ausreichend Regen gäbe und Mitte Oktober erwarte ich  in Bezug auf das Wetter wahrhaftig keine Wunder. Doch zum Glück ist es in Dublin heute überwiegend sonnig und so kann meine Regenjacke im Koffer bleiben. Die gälische Begrüßung  „Cead mile failte“ passt genau zu meiner Stimmung , denn sie bedeutet übersetzt „ Tausendfach willkommen“ .

Vom Flughafen aus fahren wir ins schöne  Boyne Valley, eine der wichtigsten archäologischen Landschaften Irlands. Wir informieren uns im Besucherzentrum und dürfen uns dann ins Innere des 5000 Jahre alte Ganggrabes Newgrange (Bru na Boinne), das seit 1993 zu UNESCO-Weltkulturerbe gehört, begeben. Zur Wintersonnenwende dringt bei Sonnenaufgang ein Lichtstrahl für etwa eine Viertelstunde durch eine Öffnung über dem Eingang direkt in den Gang und die Kammer. Es muss ein beindruckendes Erlebnis sein und ich erwäge ernsthaft, mich an der alljährlichen Verlosung zu beteiligen, deren 100 glückliche Gewinner diesem Ereignis beiwohnen dürfen.

Weiter geht die Reise gen Westen und wir durchqueren in wenigen Stunden die Mitte Irlands auf dem Weg zu unserem ersten Hotel, dem Radisson Blu in der lebhaften Universitätsstadt Galway.

Das Hotel liegt am Rande der Innenstadt mit ihren zahlreichen gemütlichen Pubs, die nach dem Abendessen zu einem Besuch einladen.

Mittlerweile hat jedoch der Regen, den die Iren gern „liquid sunshine“ nennen, eingesetzt und spaltet unsere Reisegruppe. Die einen ziehen sich auf ihr Zimmer zurück, die anderen ziehen sich die Regenjacken an und spazieren in die Innenstadt. Hier reiht sich ein Pub ans nächste und gleich im ersten suchen wir Schutz vor dem nasskalten Wetter. Wie so oft, wird auch hier Live Music gespielt und dazu schmeckt das frisch gezapfte Guinness gleich doppelt gut.

Am nächsten Morgen durchfahren wir zunächst das Burren-Gebiet, eine Karstlandschaft im County Clare und besichtigen die Schauhöhle Aillwee Caves. Der Rund  1 km lange Spaziergang durch die Höhle wird von einem örtlichen Guide begleitet. Besonders bleibt der Moment, in dem für kurze Zeit das Licht gelöscht wird, im Gedächtnis. Hier, inmitten des Berges, herrscht 100%ige Dunkelheit und schon bald steigt ein mulmiges Gefühl in mir auf. Der Guide erklärt, dass viele Menschen unter diesen Umständen bereits  nach wenigen Stunden den Verstand verlieren. Ich glaube ihm unbesehen und verspüre Erleichterung, als die Lampen wieder angeschaltet werden.

Wir setzen die Fahrt fort und erreichen eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Irlands – die Cliffs of Moher. Die Steilklippen ragen zum Teil mehr als 200 m senkrecht aus dem Meer empor und bieten fantastische Ausblicke auf den Atlantik . Es ist zwar ungeheuer windig, doch das verstärkt nur das Naturerlebnis. Der Himmel ist wieder blau und das Panorama einfach sagenhaft!

Nach einem gemütlichen und erstaunlich guten Mittagessen im Cliffs View Cafe geht es weiter Richtung Killimer, wo wir mit der Fähre nach Tarbert übersetzen. Wir genießen die 20minütige Fahrt und lassen den Blick über den weiten Mündungsarm des River Shannon schweifen.

Als wir später auf unserem Weg nach Killarney die Bucht von Tralee passieren, bekommen wir eine Hörprobe, wie musikalisch die Iren sind. Hier scheint wirklich jeder singen zu können und unser Busfahrer kann es besonders gut. Mit Hingabe stimmt er das Lied „Rose of Tralee“ an und es klingt herzergreifend schön!

Die Nacht verbringen wir im Lake Hotel in Killarney. Das Hotel liegt ca. 2 km außerhalb des Stadtzentrums direkt am Ufer des Lough Leane mit Blick auf den angrenzenden Killarney National Park. Die Landschaft ist fantastisch und in der einsetzenden Dunkelheit taucht ein Rudel Hirsche auf, um ohne Scheu auf dem Hotelgelände zu grasen. Wer heute Nacht jedoch einen leichten Schlaf hat, ist vielleicht nicht ganz so glücklich, denn es ist Brunftzeit – und das ist nicht zu überhören.

Am nächsten Morgen brechen wir auf zum Ring of Kerry im Südwesten Irlands. Diese knapp 180 km lange und vermutlich schönste Küstenstraße Europas bietet zahlreiche beindruckende Ausblicke auf das Meer und die Küste.

Unterwegs bekommen wir demonstriert, wie wahrer Arbeitseifer aussehen kann. Die beiden Border Collies Max und Rick sind kaum zu bremsen, wenn es gilt, eine Herde Schafe zu hüten und hören doch ganz genau auf jeden Ton, den der Hundetrainer Brendan Ferris verlauten lässt. Ich nehme mir vor, am nächsten Montag mit dem gleichen Elan an meinen Schreibtisch zurückzukehren.

Unser Mittagessen bekommen wir heute in der ehemaligen Sommerresidenz  Sheen Falls Lodge in der Nähe von Kenmare. Die Katalogbeschreibung  „ hochkarätiges Restaurant“ ist nicht übertrieben, der Weißwein ausgezeichnet und der irische Lachs ein Gedicht.

Weiter geht die Fahrt in Richtung Cork, wo wir im komfortablen Maldron Hotel übernachten.  Das Stadzentrum ist nur eine knappe Viertelstunde zu Fuß entfernt und natürlich müssen wir testen, ob es das hier beheimatete „Beamish“ Stout mit dem sehr viel berühmteren „Guinness“ aufnehmen kann – und es kann! Noch dazu, wenn der Sänger, der die Live Music im Pub bestreitet, eine so grandiose Stimme hat, dass sich seine Coverversionen bekannter Songs besser anhören, als das Original.

Um nicht aus der Übung zu kommen, beginnt der nächste Tag gleich morgens um neun mit dem "Wasser des Lebens". Wir sind heute die ersten Gäste der Jameson Distillery in Midleton, die von einem Mönch gegründet wurde, und bekommen eine interessante Führung durch die alten Produktionsstätten. Als Freiwillige für ein Whiskey Tasting gesucht werden, schnellt mein Arm beinahe automatisch in die Höhe und so lerne ich die Unterschiede zwischen Irish Whiskey, Scotch Whisky und American Bourbon kennen. Auf meiner Zunge gibt es einen ganz klaren Sieger…

Nach einem sehr guten Mittagessen im schönen Restaurant des Athenaeum Hotels in Waterford reisen wir zurück in die Zeit der „Great Famine“, der großen Hungersnot, die in den Jahren 1845-48 in Irland wütete und mehr als 1 Mio. Menschen das Leben kostete. Eine weitere Million Menschen sah sich gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und hoffte auf eine besseres Leben in Amerika. Auf der Nachbildung des Dreimasteres „Dunbrody“ bekommen wir einen Eindruck, wir beschwerlich die lange Reise über den Atlantik für die meisten Auswanderer gewesen ist.

Anschließend geht es durch die Grafschaft Wicklow im milden Südosten Irlands zurück in die Hauptstadt Dublin , wo wir ein Abendessen  mit Live Music und Tanz im Merry Ploughboy Pub erleben.

Die Übernachtung erfolgt im Mespil Hotel am Grand Canal.

Der letzte Tag auf der grünen Insel beginnt mit einer Stadtrundfahrt durch Dublin. Wir besichtigen das Trinity College, welches zu den ältesten Universitäten der Welt gehört, und bestaunen in der alten Bücherei das berühmte“ Book of Kells“ sowie die älteste Harfe Irlands.

Den Schlusspunkt der Reise bildet der Besuch des Guinness Store Houses, der meistbesuchten Attraktion der Insel. Hier erfahren wir interessante Details zur Geschichte der Brauerei, die 1759 von Arthur Guinness gegründet wurde, und zur Herstellung dieses weltbekannten irischen Bieres. Natürlich darf eine Kostprobe in der Gravity Bar mit 360-Grad-Rundum-Blick auf Dublin nicht fehlen.

Und dann heißt es leider Abschied nehmen.


Fazit

Eine schöne und abwechslungsreiche Woche geht nun zu Ende. Wir hatten prall mit Programm gefüllte Tage und trotzdem fühle ich mich entspannt. Irgendwie ist ein Aufenthalt in Irland genauso erholsam, wie ein Winterurlaub im Schnee – nur eben in Grün!


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