Mit dem Camper durch den Südwesten der USA

Von Ilka Richter |26.06.2015

Mit dem Camper auf Fachstudienreise, worauf hatte ich mich da nur eingelassen, als mein Chef sich mit der Einladung wedelnd vor mir aufbaute. „Hast Du Interesse ?“ . “ Na klar“, lautete meine Antwort - mir allerdings nicht ganz so bewusst darüber, wie lang ein solches Motorhome doch sein kann. Im klein gedruckten Teil des Anmeldeformulars fand ich den Hinweis, dass alle Teilnehmer das Wohnmobil während der Rundreise auch bitte fahren sollten. Also doch, es gab einen Haken, denn das vorgesehene Gefährt hatte immerhin die Länge von 9m.
Ende März 2010 flogen wir Nonstop mit Lufthansa von Frankfurt nach Los Angeles. Nach Erledigung der Einreiseformalitäten ging es per Transfer vom Flughafen aus zum Übernachtungshotel Crowne Plaza Los Angeles Airport. Bei diesem Hotel handelt es sich um ein gutes 3* Hotel. Die Zimmer sind zweckmäßig ausgestattet, sauber und auch der Fluglärm ist, dank der schallisolierten Fenster, im Zimmer kaum zu hören. Hervorzuheben ist der 24H Shuttle-Service zum Flughafen, der für die Gäste inklusive ist. Auch beträgt die Entfernung zum Strand lediglich 5km, direkt am Hotel gibt es einen Linienbus, der zwischen dem Hotel und dem Strand pendelt. Das Frühstücksbuffet als auch die Frühstückskarte ließ keine Wünsche offen. Das Hotel bietet ein gutes Preis- Leistungsverhältnis.
Am nächsten Morgen war es endlich soweit. Am späten Vormittag wurden wir von einem beauftragten Shuttle-Service unseres Wohnmobilanbieters Cruise America am Hotel abgeholt und zur Vermietstation von Cruise America gefahren (Entfernung vom Flughafen ca. 30-45 Minuten – je nach Verkehrsdichte ) . Ich kann nur jedem Kunden empfehlen über den Wohnmobilanbieter den Transfer und die frühe Annahme des Wohnmobiles zusätzlich zu buchen. In der Regel werden die Wohnmobile erst ab 15.00 Uhr ausgegeben. Wir haben erlebt, wie eine Familie bis 15.00 Uhr warten musste, obwohl sie wie wir bereits um 11.00 Uhr an der Station war. Bucht man aber den Transfer und die frühe Übernahme, so kann man sicher sein, dass man keine langen Wartezeiten hat und den Wagen bei Tageslicht übernehmen und beladen kann. Zeit für den ersten Einkauf bleibt dann auf jeden Fall auch noch. Nachdem die Führerscheine und Ausweise, als auch die Kreditkarten hinterlegt waren, wurde uns ein Einführungsvideo auf Deutsch gezeigt. Hier wurde uns die Handhabung des Motorhomes gezeigt und wir wurden in das „häusliche Einrichten“ eingewiesen. Zusätzlich zeigte uns ein Mitarbeiter der Firma Cruise America im und am Fahrzeug nochmals alle wichtigen Anschlüsse und Handhabungen, so dass keine Fragen mehr offen blieben. Bevor wir losfuhren erhielten wir zusätzlich noch ein Bedienungshandbuch auf Deutsch mit Notfall-Nummer der Station. Eine Campingausstattung mit Stühlen, Tisch und Grill stellte uns Cruise America zur Verfügung.
Nun ging es endlich los. Unsere erste Etappe führte uns zum Supermarkt. Meine Bedenken mit dem großen Fahrzeug keinen Parkplatz zu finden, bestätigte sich nicht einmal während unserer gesamten Tour. Parkplätze so groß wie 2-3 Fußballfelder waren häufig vorhanden. Also optimal für uns. Nachdem wir uns mit Lebensmitteln und Toiletten-Chemikalien eingedeckt hatten ging es nun endlich los. Unsere erste Etappe führte uns in das ca. 200 Kilometer entfernte San Diego. Entlang der Küste, ein traumhafte Strecke mit Blick auf den Pazifik, führte uns der Weg über Carlsbad und La Jolla zum KOA Chula Vista Campground in San Diego. San Diego, die zweitgrößte Stadt Kaliforniens liegt im Südwesten nahe der Grenze zu Mexiko. Wegen des angenehmen Klimas wird San Diego von seinen Bewohnern gern als „America´s Finest City“ bezeichnet. Der KOA Campground war sehr sauber und gepflegt, und nachdem wir unseren Stellplatz erreicht hatten schlossen wir unseren Camper an das Frischwasser und den Strom an. Dieser Campingplatz bietet den Full Hook Up – das bedeutet, daß man Frischwasser und Strom beziehen, als auch sein Abwasser entsorgen kann. Bei einem gemütlichen Barbecue ließen wir den Tag Revue passieren und tauschten uns mit den anderen Teilnehmern der Tour über die Erlebnisse des ersten Tages aus. So gemütlich ging es jeden Abend bei unserer Rundreise zu. Wir aßen gemeinsam und saßen beim Lagerfeuer beisammen und besprachen die Etappe des kommenden Tages. So hatte ich es mir immer vorgestellt. Die Natur und Ruhe genießen , die Individualität und Freiheit, den nächsten Tag planen zu können. Es gibt ein Ziel am Ende des Tages, aber der Weg, der Euch dahin führt, bleibt in Euren Händen. Genießt die unendliche Weite des Landes auf dem Weg zum nächsten Treffpunkt. Genial! - und die Straßen waren „breit“ genug.
Nach dem Frühstück fuhren wir über Palm Springs und Palm Desert Richtung Joshua Tree Nationalpark. Bis in die 60er Jahre war Palm Springs eine Erholungsstätte für die amerikanische High Society. In der Nähe von Palm Springs befindet sich die längste Seilbahn in einem Stück auf der Welt, die Palm Springs Aerial Tramway auf dem Mount San Jacinto. Auf dem Weg von San Diego zum Joshua Tree N.P. wechselte alle 5 Meilen die Landschaft. Vom satten Grün, über Rotbrauntöne bis hin zum Wüstensandton. Es war alles dabei. Über die Straße wehten Tumbleweeds (Buschkugeln) wie im Western – es war sehr imposant. Wir nahmen die Route über Escondido und Warner Springs und wurden auf dieser Strecke mit wahnsinnigen Aussichtspunkten belohnt, wie zum Beispiel am Santa Rosa Summit auf knapp 1500m. Schneebedeckte Berge , wahnsinnige Felsformationen und natürlich wieder diese nicht enden wollende Weite. Wir erreichten den Joshua Tree Lake Campground am frühen Abend, schlossen das Wohnmobil an und erkundeten das Terrain. Ein völlig anderes Landschaftsbild eröffnete sich vor uns. Der Nationalpark , eine Wüstenlandschaft im Südosten Kaliforniens, bildet den Übergang zwischen der Mojave Wüste und der Colorado Wüste. Wir hatten unbeschreibliches Glück, denn während unseres Aufenthaltes blühten die Joshua Trees – die aussehen wie Kakteen, aber zu den Liliengewächsen gehören. Am darauffolgenden Tag hatten wir die Möglichkeit den Nationalpark zu erkunden. Ein für mich absoluter Höhepunkt auf dieser Reise. Da es nachts sehr kalt wird in dieser Region, ist es sinnvoll darauf zu achten, dass man genügend Decken und Schlafsäcke im Wohnmobil besitzt – wir hatten uns in L.A. ausreichend eingedeckt und so war die Nacht für uns sehr angenehm. Die Kojoten heulten und wir ließen beim Lagerfeuer den Tag ausklingen.
Unser nächstes Etappenziel, nach Besichtigung des Nationalparks, war Barstow/Calico, denn am darauffolgenden Tag folgte der nächste Höhepunkt dieser Reise der Death Valley Nationalpark. „Das Tal des Todes“, liegt in der Mojave Wüste und ist der trockenste Nationalpark der USA. Aus diesem Grund ist der Nationalpark in den Sommermonaten für Wohnmobile gesperrt. Zum Death Valley gehört unter anderem der tiefste Punkt der USA und die berühmten Mesquite Sand Dunes, die mehrmals bereits als Filmkulisse, wie zum Beispiel für Star Wars, dienten. Das Beste im Death Valley war für mich der Sonnenaufgang am Zabriskie Point. Ich empfehle jedem Kunden früh aufzustehen, um diese wahnsinnigen Farbspiele bei Sonnenaufgang mitzuerleben.
Der nächste Stop unserer Reise war Las Vegas. Wir fuhren über die Staatsgrenze von Kalifornien nach Nevada und waren gespannt auf die Glitzermetropole. Unseren Camper stellten wir für 2 Tage auf dem KOA Circus Circus ab und erkundeten die Stadt. Wir kauften uns ein 24 Stunden Ticket für die DEUCE, die Tag und Nacht den Strip rauf und runter fährt und fast alle 100m stoppt. So konnten wir unsere Füße schonen, allerdings war man zu den Verkehrsdichten Zeiten zu Fuß deutlich schneller. Wir besichtigten einige Themen-Hotels und deren Casinos mit ihren beeindruckenden und trendigen Erlebniswelten. Das Nachtleben in Las Vegas lässt keine Wünsche offen und zählt mit angesagten Clubs, stilvollen Bars, Shows und erstklassigen Restaurants zu den besten der Welt. Der Besuch in einer Hochzeits-Kapelle durfte natürlich nicht fehlen. Wir erlebten eine Trauung am „Drive Inn Schalter“, unvorstellbar und legal. Besuchen Sie auf jeden Fall die Freemont Street den Geburtsort von Las Vegas mit den historischen Hotels und Casinos wie Golden Gate oder Golden Nugget. In Spielerkreisen wird behauptet, dass nur hier die wirklich guten Wetten laufen, denn hier spielen die Einheimischen.
Nach zwei Tagen Las Vegas ging es Nonstop zurück nach Los Angeles. Am Nachmittag gaben wir unser Wohnmobil wieder bei der Vermietstation in Carson ab, verabschiedeten uns von unserem liebgewonnenen rollenden Haus und wurden mit dem Taxi zu unserem Übernachtungshotel dem Radissson Westside in Culver City gebracht. Auch dieses 3* Hotel bietet seinen Kunden für eine Übernachtung genügend Comfort. Ein kostenloser Flughafen-Shuttle wird auch hier angeboten.
Am nächsten Morgen besichtigten wir auf einer Stadtrundfahrt die wichtigsten Sehenswürdigkeit von Los Angeles, bevor wir am frühen Nachmittag unsere Rückreise nach Deutschland antraten.
Für mich steht fest, ich werde auf jeden Fall mit meiner Familie zurückkehren und eine Wohnmobiltour für mehrere Wochen unternehmen und wer weiß, vielleicht treffen wir uns auf einen der zahlreichen Campgrounds…?
Gern bin ich Ihnen bei der Ausarbeitung ihrer Reise behilflich und freue mich auf ihre Anfrage.

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