Holland mit dem Boot

Von Axel Duhr |15.03.2013

Holland mit dem Boot entdecken 

Die Niederlande sind jenseits aller Klischees ein Paradies für Freizeitkapitäne und alle, die es noch werden wollen. Vor allem letztere möchten wir ermutigen, einen Urlaub auf dem Wasser unbedingt auszuprobieren. Wasserlandschaften üben seit jeher einen ganz besonderen Reiz auf uns Menschen aus. Wer einmal vom Außendeck seines Bootes aus einen Sonnenuntergang und den Frieden des nahenden Abends am Wasser erlebt hat, wird diesen Eindruck nie wieder vergessen. Hierin steckt wahrhaftig ein hohes Suchtpotenzial. Warum also in die Ferne schweifen ...?

Eins der größten und beliebtesten Reviere für Hobbyskipper liegt sehr gut erreichbar im Nordwesten der Niederlande. Die Provinz Friesland ist von Nordrhein-Westfalen aus in 2 bis 3 Stunden bequem mit dem eigenen Wagen erreichbar. Der Autor des Beitrags hat Bootspraxis und Revierkenntnis seit über 13 Jahren und während dieser Zeit weite Teile der Niederlande einschließlich der meisten Inseln im Wattenmeer mit dem Motorboot bereist.
Urlaub auf einem Hausboot ist eine echte Alternative mit garantiertem Erlebnis- und Erholungsfaktor: Ganz gleich, ob jung oder jung Gebliebene, Paare, Familien oder größere Crews - wie z.B. die beliebten Vatertagstouren im Frühsommer - für jeden gibt es das passende Schiff. Hier können Sie sich alle Freiheiten gönnen, denn Ihr Tagesprogramm bestimmen Sie selber; flexibler geht es nicht! Gefahren wird ab den Osterferien; die Saison geht bis Oktober nach den Herbstferien. Natürlich sind die Nebensaisonzeiten deutlich preiswerter als die Ferientermine im Sommer, wo die Nachfrage nach Booten entsprechend groß und das Angebot begrenzt ist. Wer also aufgrund der Schulpflicht seiner Kinder auf eine bestimmte Reisezeit angewiesen ist, sollte daher frühzeitig an eine Reservierung denken und unbedingt mit uns Kontakt aufnehmen.
Im Gegensatz zu den meisten deutschen Revieren ist das fahren von Schiffen bis maximal 14,99 m Länge und 20 km/h Höchstgeschwindigkeit in Holland führerscheinfrei. Anspruchsvollere Fahrgebiete, wie z.B. Küstengewässer, Ijsselmeer oder auch die großen Flüsse mit starker Berufsschifffahrt dürfen ohnehin nicht befahren werden, denn diese Reviere schließen die Bootsvermieter meistens aus. Da sich alles "binnen" - also im geschützten Bereich jenseits der Küste im Landesinneren abspielt, kann man Gezeiten und Strömungen getrost vernachlässigen. Empfindlicheren Menschen wird dies ebenfalls entgegen kommen, denn auf den idyllischen Kanälen ist das Wasser sehr ruhig; Wellen entstehen allenfalls von vorbeifahrenden Schiffen. 
Sobald Proviant und das persönliche Reisegepäck verstaut worden ist, folgt eine gründliche Einweisung durch die Charterfirma, die neben Hinweisen zu den wenigen Besonderheiten eines Schiffes auch das üben von An- und Ablegemanövern, die Handhabung gängiger Knoten und die Vermittlung anderer, hilfreicher Praxistipps einschließt. Dann kann es endlich los gehen: Mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 12 km/h tourt man in Friesland durch dünn besiedelte Landschaften, über nahezu endlose Wasserstraßen und Binnenseen (auf holländisch "Meere" genannt). 
In den zahlreichen Naturschutzgebieten, die man durchfährt, ist zum Schutz der Ufer oftmals eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 6 km/h zu beachten. Saftige Weiden prägen diese alte Kulturlandschaft - unterbrochen von malerischen Friesendörfern und mittelalterlichen Städten mit ihren pittoresken Giebelhäusern - allesamt mit hervorragender Infrastruktur für den Wassertourismus. Man kann sich kaum satt sehen an den wunderschön gepflegten Gärten, romantischen Winkeln und den Tieren entlang des Weges. Ein dichtes Netz von Anlegestellen an den Grachten oder in den malerischen Dorf- bzw. Stadtzentren (teilweise auch mit Stromanschluss) laden spontan zum verweilen oder zum übernachten ein. Skipper mit besonders maritimen Ambitionen legen in einem der ebenfalls zahlreichen Jachthäfen ("Passantenhaven") an, die zumeist über eine ausgezeichnete Infrastruktur verfügen. So stellt die Versorgung der Crew auch unterwegs wirklich gar kein Problem dar. Supermärkte, bei uns längst wegrationalisierte Tante-Emma Läden, in denen der Kaufmann noch persönlich bedient, Metzgereien und Bäckereien und Drogerien findet man selbst in den kleinsten Ortschaften. Neben den obligatorischen Pommesbuden ist die hervorragende gastronomische Vielfalt beachtlich. Gemütlichkeit wird bei unserem Nachbarn stets groß geschrieben und Verständigungsprobleme gibt es eigentlich nicht. 
Für eine Übernachtung an einer Anlegestelle oder in einem Jachthafen werden Liegegebühren fällig, die zwischen 1,50 und 2,50 € pro Meter Schiffslänge betragen. Meistens noch eine geringe, örtliche Abgabe ("Touristenbelasting" - hier sagt man wohl Kurtaxe dazu); manchmal kommt noch eine Pauschale für Landstrom hinzu. Alternativ befinden sich auch oft Münzautomaten für Strom an jeder Anlegestelle; ebenso Schlauchtrommeln zum Wasser tanken. Im Laufe einer Woche kann man bereits eine sehr schöne Runde in Friesland fahren - stets aktuelle Törnempfehlungen sowie gutes Kartenmaterial halten die Bootsvermieter für ihre Kunden bereit. Alleine ein verlängertes Wochenende bietet schon einen beachtlichen Erholungseffekt. 
Die Schiffe sind modern, komfortabel ausgerüstet und wirklich leicht zu bedienen - etwas gewöhnungsbedürftig ist sicher am Anfang die Trägheit des Schiffes beim losfahren und anhalten und bei anderen Manövern. Bug- bzw. Heckstrahlruder sind effiziente Helfer, die das manövrieren der bis zu 15 m langen, bis über 4 m breiten und viele Tonnen schweren Stahlkolosse sehr stark vereinfachen. Damit sind selbst Wartezeiten vor Brückendurchfahrten, ein/ausparken oder auch eine der wenigen Schleusenmanöver selbst mit Wind kein echtes Problem mehr heutzutage. Die Eingewöhnungszeit ist schnell überstanden und wenn man nach dem ersten Tag alles im Griff hat, dann kommt es einem spätestens am Abend des 2. Tages an Bord vor, als wäre man schon viel länger in seinem schwimmenden Heim unterwegs. Das nennt man Erholung!
Doch auch wer nicht vollends abschalten kann oder will, dem steht im ganzen Land eine sehr gute Mobilfunknetz-Abdeckung zur Verfügung, womit der Kontakt in den Rest der Welt per Handy oder E-Mail auch von Bord eines Schiffes problemlos möglich ist. Saisonabhängige Wochenpreise und die mögliche Selbstversorgung an Bord gestalten den Bootstörn sehr kostentransparent. Neben dem Charterpreis wird bei der Rückkehr nur der verbrauchte Treibstoff (i.d.R. Diesel) abgerechnet und die anfangs hinterlegte Kaution wird erstattet. Auf den größeren Schiffen können bis zu 12 Personen untergebracht werden. Unser Tipp: Damit es nicht zu eng wird, empfehlen wir, keinesfalls jeden der vorhandenen Schlafplätze zu belegen. Wählen Sie lieber die nächst größere Bootskategorie, insbesondere bei größeren Gruppen. Trotz pfiffiger Innenraumgestaltung ist der Platz an Bord begrenzt und die von daheim mitgebrachten Sachen wollen ja alle irgendwo untergebracht werden und es sollte bei den Mahlzeiten im Boot immer noch "gesellig" bleiben, wie der Holländer gerne sagt. 

Natürlich können wir an dieser Stelle nicht alles Wissenswerte auflisten, das würde den Rahmen dieser kompakten Übersicht sprengen. Unsere Experten stehen Ihnen bei Fragen rund um Ihren nächsten Bootsurlaub selbstverständlich gerne beratend zur Verfügung. Je nach Zusammensetzung der Bootsmannschaft und Ausrichtung des Törns haben wir noch jede Menge Tipps auf Lager.

Wir freuen uns daher auf Ihre Kontaktaufnahme mit uns.

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