rund um Vancouver und ein Abstecher nach Alaska im Sommer 2014

Von Gunnar Pfaeffle |12.06.2015

Wer viel in die USA reist, ist auch in Kanada nicht schlecht aufgehoben! Nachdem wir den Osten vor einigen Jahren mit dem Campmobil bereisten, haben wir uns diesmal für die Westküste entschieden.
Auch - oder gerade - in den Sommerferien ein ideales Reiseziel!

Westkanada für Einsteiger - ein Reisebericht

  21.07. – Montag    
Von einem lieben Kollegen werden wir freundlicherweise zum Flughafen DUS verfrachtet. Alles läuft erwartungsgemäß glatt, die Maschine ist auch pünktlich, was uns bei der langen Wartezeit am Münchner Flughafen fast schon traurig stimmt. Aber bei der Buchung der Flüge gab es schon den direkten Anschluss nicht mehr. Wir verbringen die Wartezeit in der Businesslounge und irgendwann ist es dann so weit – wir besteigen „unseren“ A 330 nach Vancouver. Auch dieser Flug ist pünktlich. Die neue Bestuhlung in der Business Class der Lufthansa ist in meinen Augen etwas gewöhnungsbedürftig – schon wegen der schrägen Anordnung der Sitze. Das Essen ist gut, der Service freundlich, trotzdem wird der Flug lang. Um 17 Uhr Ortszeit landen wir pünktlich in Westkanada, kommen rasch durch die völlig humorlose Einreisekontrolle und auch die Koffer sind bald da. Alles komplett. Wir greifen uns ein Taxi, das uns in 25 min für 35 CAD ins Hotel in der Innenstadt bringt. Im Westin Grand liegt auch tatsächlich eine Reservierung für uns vor. Nur mit der Zimmerart klappt es nicht auf Anhieb. Im 18. Stock finden wir ein kleines Zimmer mit nur einem Queensize Bett vor, gebucht hatte ich aber ein Zimmer mit 2 Betten. Das ist irgendwie angenehmer, wenn man sich durch die Nacht wälzt – bei 9 Std. Zeitverschiebung ist Unruhe zu erwarten. Ich renne also nochmal zur Rezeption, wo man so freundlich ist, uns ein anderes Zimmer zu geben. Das liegt im 12. Stock (was für ein sozialer Abstieg). Wir richten uns heimisch ein und landen trotz früher Abendsonne, die munter das Zimmer beleuchtet, relativ schnell in den Betten; und schlafen durch bis zum nächsten Morgen, ca. 8 Uhr! Nix wälzen und so…

22.07. – Dienstag    
Wir laufen nach dem Duschen zu einem ca. 1,6 Km entfernt liegenden Denny’s. Die typisch nordamerikanische Stadtplanung macht uns die Orientierung sehr leicht. Gestärkt durch Spiegel- bzw. Rühreier, Bratkartoffeln, Speck und Toast, begleitet von einem hier Kaffee genannten Heißgetränk, machen wir uns nach einem kurzen Boxenstopp zurück im Hotel auf, die Stadt ein wenig zu erkunden. Das Wetter ist angenehm, die Sonne zeigt sich häufig, aber es ist nicht zu warm! Ohne Hektik landen wir irgendwann gegen Mittag am Wasser – in Vancouver ziemlich unmöglich, keines zu finden, das macht den Reiz dieser Stadt aus – wo eine Touristeninformation angesiedelt ist. Hier entschließen wir uns wegen der schlechten Wettervorhersage bereits heute nach Grouse Mountain zu fahren, dem „Peak“ Vancouvers. Der erfahrene Reisende weiß, dass Städte am Wasser mit hohem Aussichtsberg sehr starken Wetter- und somit auch Sichtschwankungen unterliegen. Ein kostenloser Shuttlebus bringt uns nach ca. 30 min. Fahrt – unter anderem auch durch den bekannten Stanley Park - zur Talstation der Gondel, die hoch auf den Berg gondelt. Hier steigen wir noch um in einen Sessellift, um auch den höchsten Zipfel zu erreichen! Wegen der Aussicht auf die Stadt! Es ist jedoch sehr diesig und man sieht nicht so ganz viel. Auch die Müdigkeit macht sich bemerkbar, trotzdem verbringen wir einige Stunden hier oben. Es gibt bei viel auf- und abgelaufe zwei Bären (Grizzlys) zu sehen, eine Greifvogel-Flugshow und diverse Filmchen. Irgendwann besteigen wir aber wieder die Gondel  nach unten, wo auch der Bus zurück in die Stadt wartet, um uns wieder ins Getümmel zu transportieren. Der anschließende Fußweg zurück zum Hotel wird durch ein ausgiebiges Abendessen mit Bier und Hamburgern (ich freue mich über Pulled Pork) im Lennox Pub mit prima Atmosphäre unterbrochen und schließlich landen wir wieder ausgepowert in den Betten. Fußlahm und platt.  

23.07. – Mittwoch    
Die Wettervorhersage hatte Recht – es regnet! Anfangs nur nieselig und tröpfchenweise, später dann ordentlich. Der Jetlag hat uns eingeholt, es kommt uns alles sehr laut und nervig vor. Wieder laufen wir zum Denny’s, restaurieren uns danach im Hotel und bewegen uns dann in Richtung einer Einkaufsmall, weil es dort trocken ist. Vorher finden wir nicht das erhoffte Kartenmaterial über Vancouver Island in einem großen Buchladen; schade! Auch das Einkaufszentrum ist mager, verglichen mit dem, was man aus den USA kennt, also laufen wir noch nach Chinatown – ohne den heftiger werdenden Regen sicherlich eine Attraktion. Unangenehm! Ausgestattet mit ein paar Snacks landen wir wieder im Hotel. Bedingt durch unsere Erkältung, die Zeitverschiebung und das blöde Wetter, muss die Stadt noch warten, bevor wir uns mit ihr anfreunden können. Das Prädikat schönste Stadt Nordamerikas hat sich uns noch nicht erschlossen. Wir finden, dass es nirgends so viele verdrehte und abgerissene Menschen gibt, wie hier. Obdachlose, wo man hinschaut, das gibt es nicht mal in New York City in dieser Menge!    Am Abend in „unserem“ Pub lerne ich noch eine kleine Lektion: Short Ribs haben aber mal so gar nichts mit Spare Ribs zu tun! Ich bin von den mit Knochen durchzogenen Fleischlappen, die meinen Teller zieren, ziemlich überrascht… Und das nach mindestens 25 Reisen in diesen Teil der Welt. Jedenfalls wird meine Auswahl auf keinen Fall ein kulinarisches Highlight. Wir eilen zurück ins Hotel, weil der Regen nicht zum Spazieren einlädt.    

24.07. – Donnerstag    
Am frühen Morgen gehen wir rüber ins unmittelbar neben dem Hotel liegende Tim Horton, um einen Frühstückssnack zu organisieren. Kaffee und Muffins. Ingrid nimmt 2 Muffins, einen davon mit Apfel und Mandeln. Nun gibt es wohl ein internationales Gesetz, das es verbietet, Äpfel ohne Zimt zu verarbeiten. Ingi verabscheut Zimt. In besagtem Muffin steckt aber die geballte Ladung mindestens dreier Weihnachtskekspackungen  - schlecht! Ich mag nichts mit verarbeitetem Apfel drin. Also wandert das gute Stück leider in den Müll. Wahrscheinlich regnet es deswegen umso mehr! Früher als gedacht mache ich mich daraufhin per Taxi auf den Weg zum Flughafen, wo ich bei Alamo den gebuchten Mietwagen in Empfang nehmen möchte. Die Anfahrt ist zügig, die Anmietung läuft auch sowas von glatt, ich bin in kürzester Zeit mit dem Wagen der reservierten Klasse Fullsize SUV auf der Straße. Ein weißer GMC Yukon – das größte anzunehmende Trümmer, das ich neben einem 7,5 Tonner und den großen Campmobilen anderer Urlaube bisher fahren durfte – wird für die kommenden 10 Tage unser Gefährt sein. Großartig! Kommunikation im Wagen ohne Walkie Talkie recht schwierig, aber man kann sich ja Zeichen geben.    Der Weg zurück ins Hotel ist recht simpel und daher finde ich es auch ohne jedes Problem wieder.  Mit den Bellboys am Empfang hatte ich zuvor abgeklärt, dass ich kurz vor dem Hotel parken darf; in jeder Großstadt, auch in Vancouver, ein nicht zu unterschätzender Luxus. Wir greifen unsere Klamotten, verstauen sie im Trümmer (machen uns einen Lageplan, wo genau die Taschen liegen, damit wir sie später wiederfinden) und schon geht es los – in den ersten kanadischen Stau. Raus aus der Stadt ist es in der Rushhour anscheinend schwieriger als rein. Der Regen wird immer heftiger. Nach ca. 50 min sind wir dann aber am Fährterminal in Horseshoe Bay und bekommen sogar ein Ticket für die nächste Fähre. Ich hatte mit längerer Wartezeit gerechnet, schließlich nähern wir uns dem Wochenende und die Kanadier sind Weltmeister im „Outdooring“. Als vorletzer Wagen rollen wir auf die Fähre und es geht auch sofort los. Schotten dicht. Nicht zwingend nach Fahrplan. Es gilt die Regel: alle da, Schiff voll, wir können los. Die Überfahrt ist mit 90 min länger als gedacht. Auch das entladen in Nanaimo auf Vancouver Island verläuft reibungslos. Schnell sind wir auf der richtigen Route hoch nach Campbell River. Auch diese Entfernung ist weiter als gedacht – klasse Vorbereitung!  Aber wir erreichen unser Ziel über den gemütlichen Weg, die Route 19 A entlang der Küste. Schöne Strecke. Auch das vorgebuchte Hotel (Anchor Inn) finden wir schnell, checken ein, packen aus und dann fahren wir in den „Ort“ um in einer Tourist Info Erkundigungen zu einer Waltour am kommenden Tag einzuziehen. Das Visitorcenter ist granatenschlecht ausgeschildert, aber irgendwann stehen wir am Counter und erhalten einige gute Tipps. Wir finden zwar nicht den Anbieter, auf den wir uns eingestellt hatten, aber einer in relativer Nähe zu unserer Unterkunft hat noch Plätze für den nächsten Tag frei. Wir fackeln nicht lange und buchen eine Tour, die um 13 Uhr losgehen soll. Noch völlig gesättigt von einem schlechten Burger während der Hinfahrt, beschließen wir ohne weitere Kalorienaufnahme ins Bett zu fallen.    25.07. – Freitag    Wir haben die Verweigerung der Nahrungsaufnahme überlebt. Frühstück gibt es in einem White Spot Diner, sehr schmackhaft, aber wieder viel zu viel. Dann verbringen wir den Vormittag in einigen Läden incl. Walmart, um uns schließlich zur verabredeten Zeit um 12:30 Uhr am Laden zu treffen, der die Tour zu den Killerwalen durchführen wird. Um 13 Uhr soll es losgehen, aber schon kurz nach unserer Ankunft heißt es: wir sind komplett, es kann starten. Mit uns gerechnet machen sich nur 12 zahlende Gäste auf den Weg. Eine niederländische Familie, die uns zum Glück ignoriert, ein paar Kanadier und auch Amerikaner. Die geringe Anzahl ist natürlich gut für uns, denn es ist wieder Regen vorhergesagt und es passen nur 20 Personen in die Kabine des maximal 34 Passagiere fassenden Speedbootes, das uns nach 70 Km Busfahrt weitere 60 Km nach Norden bringen soll. Mit 25 mph hat es auch ordentlich Dampf. Wir sind froh, kein offenes Zodiac gebucht zu haben, denn es schüttet ganz schön. Der Skipper hat Kontakt zu anderen Bootsführern und bald wird klar: wir sehen garantiert Orkas! Dort, wo wir zügig hinfahren, soll es auch noch Seehunde und 2 Buckelwale zu sehen geben. So kommt es, dass wir schließlich 12 Orkas und einen Humpback  sehen, der aber nicht seine Fluke beim Abtauchen zeigen möchte. Trotz des fiesen Dauerregens sind wir aber sehr aufgeregt und genießen von der Bootsreling aus den Anblick der majestätischen Killerwale. 2 von ihnen springen sogar komplett aus dem Wasser und ich habe tatsächlich einen der beiden kurz vor dem Eintauchen mit meinem neuen Tele erwischt! Später bekommen wir dann sogar noch Seeadler zu Gesicht und mit reicher Fotoausbeute geht es den langen Weg zurück nach Campbell River. Der ursprünglich angedachte Besuch eines Seafood Restaurants muss der einfacheren, aber absolut leckeren Idee einer Pizza weichen. Das Bier dazu ist köstlich.    

 26.07. – Samstag    
Wir beschließen, nicht zurück aufs Festland zu fahren, sondern uns auch noch die Pazifikseite der Insel anzuschauen. Daher machen wir uns nach einem sehr schlechten Frühstück im Hotel auf ins Hafenstädtchen Tofino auf der anderen Seite. Die Überquerung des Gebirgszuges mitten auf Vancouver Island kostet uns ganze 4 Stunden, aber es ist eine sehenswerte Strecke. Gegen 14:30 h erreichen wir Tofino – einen ziemlich touristischen Ort. Am Wochenende. Ohne Reservierung. Autsch. In der Tourist Info lässt man uns an einem PC schauen, was noch an Restzimmern verfügbar ist. Da wir keine 300 – 400 Dollar für die Nacht zahlen wollen, landen wir schließlich in einem privaten Haus mit Gästezimmern. Sozusagen mit Familienanschluss. Unser kitschig eingerichtetes Zimmer geht raus zu einer Gemeinschaftsküche, wo hoffentlich nicht allzu lange was los sein wird am Abend. Der Ort ist sehr schnell erkundet und irgendwie nicht so urig, wie erwartet. Aber die Umgebung ist malerisch. Viel Wasser und bewaldete Hügel zeigen sich in der inzwischen länger hervorschauenden Sonne. Unser heutiges Essen: Fish & Chips. Aber sehr frisch und wirklich ausgezeichnet!    Am frühen Abend kehren wir zurück in unser Domizil, wo die Küche stark von jugendlichen Kanadiern frequentiert ist. Wir fahren noch mal los, um das bisher teuerste 6 Pack Bier zu kaufen und genießen 4 der Flaschen in der Abendsonne auf unserem kleinen Teil der Terrasse. Dabei sortieren wir unsere Gedanken.    

27.07. – Sonntag    
Dank Ohrstöpseln haben wir die Nacht im „Lighthouse“ überstanden. Trotzdem sind wir wie gerädert. In der Küche wurde noch bis spät gespielt. Alles in allem recht unruhig, diese Privatunterkunft. Wir duschen und hauen früh ab. In der Küche ist schon wieder Leben. Frühstücken wollen wir in einem Best Western Hotel am Strand. Ingrid hat Pancakes der gesunden Art – mit Vollkorn und massig Nüssen. Ich das übliche…Eier, Bratkartoffeln, Speck, Toast. Danach fahren wir nach Süden in das Örtchen Ucluelet. Genau so unsortiert wie Tofino, für Reich und Schön. In einem Park an der Küste vertreten wir uns ein wenig die Beine, dann machen wir uns wieder auf den Weg quer rüber nach Nanaimo. Getankt haben wir auch vor dem Überschlag über das Gebirge. Unterwegs gibt es auch ein paar Fotostopps und irgendwo ein Eis bei Mc Do, dann sind wir am späten Mittag in Nanaimo und suchen ein Hotel. Wir finden ein anderes Best Western und bleiben die Nacht. In einem nahe gelegenen Steakhouse gibt es später noch Ribs und Steak als Sonntagsessen, dann rollen wir wieder zurück ins Hotel.    

28.07. – Montag    
Die spontane Planung sieht Whistler als nächstes Ziel vor. Nach kontinentalem Frühstück im Hotel (Cornflakes, Muffins, Obst) geht es auf zur Fähre. Wir sind kurz nach 9 am Terminal, buchen die Überfahrt und werden in Reihe 9 gelotst. Bis 10:15 h dauert es, dann beginnt das Beladen. Wir werden etwas nervös, als alle Autos um uns herum in nicht nachvollziehbarer Reihenfolge auf die Fähre fahren, unsere Reihe aber bis fast zum Ladeschluss stehen bleibt. Passen wir da noch rein? Wir wollen ungern eine spätere Fähre nehmen müssen, aber schließlich und wie auf der Hinfahrt fast zuletzt sind auch wir an Bord. Diese Fähre ist um einiges größer, als die auf der Hinfahrt. Wir lassen uns zunächst am Sonnendeck den Wind um die Ohren wehen, begeben uns aber später trotz des herrlichen Wetters nach drinnen.    Ingrid hat sich am frühen Morgen den Nacken verrenkt und leidet nun bei jedem Wackeln des Wagens. Trotzdem müssen wir weiter und fahren den Highway 99 (Air to Sea Highway) durch sehr schöne Landschaft hoch nach Whistler. Das Hotel hatte ich tags zuvor über Booking.com gebucht. Es liegt sehr zentral und wir beschließen noch eine weitere Nacht dran zu hängen. Der Wagen kommt in der Garage unter – etwas eng aber machbar. Und in dieser Gegend ein Luxus, der kostet. In einer Apotheke um die Ecke kaufen wir Voltarensalbe und Schmerztabletten für Ingis Nacken, damit sie schlafen kann. In einem Bistro wird noch ganz schmackhaft gegessen, nachdem wir durch den Ortskern – eine Art Fußgängerzone – flaniert sind. Mit 30 Grad Celsius ist es heute sehr warm! Nach dem Essen und dem dazugehörigen Bierchen begeben wir uns auf unser Zimmer und laden erst mal alle Fotos aufs Tablet. Eine Prozedur, die fast täglich ansteht.    

29.07. – Dienstag    
Das kostenlose Frühstück im Hotel nehmen wir nach einem kurzen Blick auf das einfach zu große Chaos nicht mit. Wir gehen stattdessen wieder in das Bistro, frühstücken dort die übliche Diät. Anschließend fahren wir an einen See etwas außerhalb von Whistler, den man uns angepriesen hat und der dank Touristenkarte der Umgebung auch leicht zu finden ist. Dort ist zwar auch einiges los, aber wir bleiben trotzdem ein paar Stunden und genießen das herrliche Wetter. Die Temps steigen auf immerhin 32 Grad! Und ein neues Problem taucht auf: Bremsen! Diese Viecher scheinen hier in den Bergen besonders groß zu werden und anders als Mücken lieben sie mich. Ingrid lassen sie in Ruhe. Anders als Mücken… Gegen Mittag wollen wir mit der Gondel auf einen der umgebenden Gipfel, aber das ist mächtig teuer und wer Skigebiete im Sommer kennt, weiß, dass es nicht wirklich toll da oben aussieht. Außerdem sind Horden von Mountainbikern auf Staubpisten unterwegs – das wollen wir uns nicht antun. Da wir uns auch nicht so fit fühlen, laufen wir durch die klimatisierten Läden der Stadt. Ein paar T-Shirts werden natürlich gekauft. Am frühen Abend decken wir uns mit Käse, Baguette und französischem Rotwein ein (Mouton Cadet – kann man trinken). Das soll unser heutiges Abendessen sein. Im Liquor Store nebenan ergattern wir noch einen halben Liter Absolut Wodka – unsere derzeitige Lieblingsmarke, der im Hotel dann in Eiswürfel verpackt vor sich hin kühlt. Die Hitze, der Wein, der Wodka… wir sind bald breit und landen früh und betäubt im Bett.    

30.07. – Mittwoch    
Ein wenig verkatert (wieso eigentlich??) begeben wir uns in die Höhle des Löwen – den Frühstücksraum. Wenig Appetit lässt uns nur jeweils einen Muffin und Tee bzw. Kaffee verzehren, dann machen wir uns auf den Weg nach Lillooet, weiter im Norden. Der Abschnitt Whistler – Lillooet gehört zu den schönsten Strecken, die wir bisher gesehen haben, auch wenn Ingrid von den vielen Kurven wenig begeistert ist. Das Ganze schreit geradezu nach einer Motorradtour… Wir wandern 1,5 Stunden einen waldigen Weg entlang zu den Nairnfalls und machen Halt an einem der vielen Seen. Umschwirrt von Bremsen…! Heute steigt das Thermometer auf 35 Grad. Ist das heiß! Und das in den Bergen!    Lillooet schließlich begrüßt uns mit dem stolzen Schild: stellen Sie Ihre Uhr zwanzig Jahre zurück! Das Kaff ist wirklich nicht das mondänste, aber es gibt relativ viele Liquor Stores und einige vielversprechende Restaurants. In einem essen wir noch mal Fish & Chips. Bei der Lachsdichte in der gesamten Region wieder ausgesprochen schmackhaft. Schließlich kaufen wir noch einen Kanister Wasser und ein paar Schokoriegel und dann geht es mit der verderblichen Ware schnell durch die brütende Hitze zurück ins Motel. Auch diese Übernachtung habe ich am Vortag bereits gebucht. Ganz praktisch.    

31.07. – Donnerstag    
Es geht bergab! Zumindest geographisch. Das einfache, kontinentale Frühstück reicht uns und schnell sind wir wieder unterwegs. Der Frazer River ist die ganze Tour lang nach Süden unser Begleiter. Mal sehen wir ihn träge und breit vor sich hin fließen, mal ist er eng, rauh und schnell. So zum Beispiel am Hells Gate, wo wir mit einer kleinen Gondel auf die andere Flussseite übersetzen (steil bergab), wo wir ein wenig Geschichtliches über den Namensgeber des Flusses lernen. Wir halten uns etwas länger als eine Stunde hier auf, essen noch eine riesige Eiskugel, dann geht es hoch zum Parkplatz zurück und mit dem Wagen weiter bergab. Aber nicht weit, denn nach ein paar Km wartet eine alte, ausrangierte Stahlbrücke abseits der Straße auf unseren Besuch. Ingrid ist schwer unbegeistert, denn der Fußweg dorthin geht länger bergab, was bedeutet, dass man ihn bergauf zurück gehen muss, um zum Wagen zu kommen. Die Brücke selbst ist alt und rostig und erinnert von ihrer Bauweise ein wenig an die Chain of Rocks Brücke in St. Louis, Missouri, an der Route 66.    Danach rollen wir weiter bergab bis Hope, wo wir wieder ein Motel vorgebucht haben. Allerdings erwischen wir diesmal nicht das schönste… Das Bad ist sauber, der Rest sieht ziemlich verranzt aus. Der im Internet angepriesene Flachbildschirm entpuppt sich als alter Fernsehtrümmer, der schon das eine oder andere Mal vom Schrank gefallen sein muss… Die komplette Plastikhülle hat jedenfalls einige Risse und Löcher. Aber am Abend reicht es, um Baseball zu schauen. Vorher fahren wir durch den Ort, der schnell erkundet ist. Hier wurde 1982 der Film Rambo gedreht, viele Ecken erinnern daran. Dann fahren wir noch etwas außerhalb zu einer Reihe von Höhlen, die in der Pionierzeit für den Transport von Waren in das Massiv gehauen wurden – und später auch für den Dreh von Rambo herhalten durften. Alles in allem ganz nett, aber nicht zu spektakulär. Den Tag beschließen wir mit einem Essen im  italienischen Restaurant gegenüber vom Motel, wo wir sorglos Wein bzw. Bier kippen können, denn wir müssen ja nicht fahren – nur eine viel befahrene Straße überqueren. Pizza gibt es nicht, man ist ein „echter“ Italiener mit Nudeln mit Lachs und Pesto Sahnesoße. Ziemlich wässrig das Ganze, aber der Lachs ist mal wieder extrem frisch und lecker. Danach verschwinden wir im Bett – wie wir über die Straße gekommen sind, ist mir ein Rätsel…    

01.08. – Freitag    
Wir haben es schon wieder getan. Das Hotel für die letzten beiden Nächte in Kanada vorgebucht! In Langley, einem Vorort von Vancouver haben wir ein Quality Inn zu zivilen Preisen ergattert. Die Fahrt über den Highway dauert keine anderthalb Stunden. Der Verkehr ist stark, was irritiert, wenn man die letzten Tage im Hinterland unterwegs war.    Ein Harley Händler ist in der Nähe und auch eine Mall! Beim späteren Besuch des Harley Ladens finden wir ein paar nette Klamotten, in der Mall eher nicht.    Das Hotel bietet einen netten Außenbereich mit Gartenstühlen und Tischen, wo man von Bäumen beschattet gut sitzen kann. Es ist zwar recht laut von der nahen Hauptstraße, aber man sitzt trotzdem recht privat hier.    Das wichtigste Thema steht an: was essen wir als nächstes?    Wir entscheiden uns für einen Laden, der Mr. Mike heißt und gar nicht weit vom Hotel entfernt liegt. Dort fahren wir hin und werden nicht enttäuscht. Ingrids Chickenbreast mit Reis, Gemüse und Meeresfrüchten ist genau so gut wie mein Steak mit Salat. Wir trinken extra keinen Alkohol, weil direkt am Hotel in Liquor Store liegt. Der bei näherem Besuch allerdings kein gekühltes Bier vorhält! Pech…    Und nüchtern geht’s ins Bett.    

02.08. – Samstag    
Wir frühstücken in einem Diner um die Ecke sehr ausgiebig. Mein Omelette mit Jalapenos ist ganz schön scharf und mächtig und ich schaffe die Hälfte der Begleitkartoffeln und Pancakes nicht! Ingi genießt ein Gemüseomelette, das ebenfalls sehr lecker ist. Wir schauen noch in diversen Läden nach Schuhen und Outdooroutfit für den anstehenden Ausritt nach Alaska. In einem auf Outdoorartikel spezialisierten Laden werden wir zumindest für die Füße fündig. Alles ist sogar 40% reduziert! Das nimmt man gerne mit.     Danach gibt ein wenig Historie. Wir machen uns auf in das berühmte Fort Langley. Ein alter Außenposten, der damals in den Jahren 18-hundert nochwas sehr geholfen hat, das Land östlich von Vancouver zu erschließen. Der angrenzende Stadtteil ist sehr pittoresk und im Fort selbst wird das Leben der Siedler und Händler von damals sehr detailgetreu nachgestellt. Wir halten uns gerne ein paar Stunden auf. Nach einer Demonstration alter Gewehre (inkl. lauter Knallerei) bewegen wir unseren GMC wieder zurück ins Hotel. Zwei Dosen portugiesisches Bier werden im Kühlschrank verstaut – das kanadische bekommt man nicht einzeln, nur als 6 Pack aufwärts. Später holen wir noch eine Pizza bei Pizza Hut und verdrücken diese samt Bier auf den Betten – in Ermangelung eines Tisches in diesem ansonsten sehr zufriedenstellenden Zimmer.    

03.08. – Sonntag    
Wir fahren noch vor dem Frühstück die 45 min zum Flughafen Vancouver. Der Wagen muss leider zurückgegeben werden, bevor wir  nach Anchorage, Alaska, USA fliegen. In der Air Canada Business Lounge holen wir das Frühstück nach und warten auf den Flug. Die Businessclass der AC – Rouge ist genau wie bei LH auf Kurz- und Mittelstrecken „nur“ eine Economy Sitzreihe, bei der der Mittelplatz frei gelassen wird. Der Service und die Qualität des angebotenen Essens sind aber sehr gut. Ingrid trinkt zwei Eimer Pinot Grigio zum leckeren Fisch. In Anchorage angekommen, geht alles sehr schnell. Da die üblichen, zeitraubenden Einreiseformalitäten bereits in Vancouver am Automaten erledigt wurden (sehr angenehm) und unser Gepäck als erstes über das Band rollt, sitzen wir wieder zügig im Taxi und fahren ins relativ nahe gelegene Hotel: Dimond Center. Die Größe des Zimmers überrascht uns positiv! Unser Zimmer liegt zwar am hintersten Ende des langen Flurs, aber das hat auch Vorteile. Es ist ruhig, hier am Ende der Welt…    Mit dem Bus, der praktisch vor der Haustür startet, fahren wir ca. 30 min lang in die Innenstadt von Anchorage. Ein Souvenirshop nach dem anderen prägt das Straßenbild. Wir durchstöbern einige, finden aber nichts wirklich Originelles. Dafür gibt es ein Hard Rock Cafe, wo wir ein paar Pins und ein T-Shirt ergattern. Außerdem vernichtet Ingi einen großen Ceasar’s Salad und ich kümmere mich liebevoll um ein paar Ribs und Pulled Pork. Sehr lecker! In Anchorage zahlt man übrigens keine Steuern auf sämtliche Einkäufe oder Essen im Restaurant – wie in New Hampshire. Sehr angenehm! Trotzdem verfallen wir nicht in einen Kaufrausch, denn das Angebot ist begrenzt. Per Taxi geht es zurück ins Hotel und ab ins Bett. Nachdem wir in Kanada bereits 9 Stunden im Vergleich zur Heimat zurück waren, sind es hier in Alaska schon 10 Stunden…    

04.08. – Montag    
Wieder geht es vor dem Frühstück los. Unsere Propellermaschine nach King Salmon (AKN) geht bereits um 07:35 h raus. Der Check In ist schnell geregelt, eine Sicherheitskontrolle entfällt komplett. Dafür wird alles gewogen, auch wir müssen unser Gewicht angeben. So genau kennen wir das nicht, aber gut geraten ist auch OK. Gemessen an der Diät, die wir in den letzten Tagen hatten, müssten wir leicht wie Federn sein. Kurz bevor sich die Maschine bereit macht, erfahren wir, dass das Gesamtgewicht an zu erwartendem Gepäck und Mensch zu hoch ist und man ein paar Taschen nachliefern wird. Für uns wär das ziemlich blöd, da z.B. Fernglas und auch Regenjacken im aufgegebenen Gepäck sind. Die nächsten anderthalb Stunden werden laut! Auf den Tragflächen bildet sich Eis. Auch an den Propellern. Dort hält es sich aber nicht lange, sondern fliegt krachend an den Rumpf der Maschine. Die Flugbegleiterinnen meinen, das sei völlig normal. Wir fliegen über riesige Gletscherlandschaften und landen schließlich punktgenau in King Salmon. Unser Gepäck ist zu unserer Erleichterung mitgenommen worden. Der Flughafen ist die größte Gebäudeansammlung des Ortes. Hier werden wir von einem Bus abgeholt und zur nahe gelegenen Anlegestelle unseres nächsten Transportmittels gefahren: einem Wasserflugzeug! Mit uns wollen 10 weitere Personen ins Brooks Camp am Neknak See. Alles wird erneut gewogen, auch wir und dann geht es mit 2 Wasserflugzeugen los. 25 Minuten später Wassern wir unmittelbar vor der Lodge. Eine sehr angenehme Landung, anders als befürchtet. Hier steigen wir am naturbelassenen Strand aus – über die Kufen des Fliegers (oder nennt man die Pontons?) und ein angelegtes Holzbrett erreichen wir trockenen Fußes den Sand. Dann erfolgt in einer Holzhütte eine intensive Einweisung, wie man sich bei Kontakt mit einem Bären zu verhalten hat (sie nennen das Bären-Etikette), um nicht wie Nahrung zu wirken und dann werden wir auf unsere gebuchten „Zimmer“ verteilt. Unser Raum in einer rustikalen Bretterbude (Blockhütte wäre geschmeichelt, aber wünschenswert) hat 2 Etagenbetten und bietet somit 4 Personen Platz. Wir haben das aber als Doppelzimmer gebucht und requirieren die jeweils unteren Betten für uns. Eine Toilette und eine Dusche befinden sich am anderen Ende des Raumes. Dann machen wir uns mit der Gegend vertraut und erfahren zu unserer großen Enttäuschung, dass so gut wie keine Bären mehr da sind, weil der Lachs in diesem Jahr extrem früh unterwegs war und jetzt schon wieder weiter nördlich weilt. Und die Bären mit ihm. Blöder Lachs! Blöde Bären! Wie kann man nur so pflichtvergessen und verfressen sein???    Das Wetter ist dafür für hiesige Verhältnisse hervorragend. Die Sonne kommt regelmäßig hinter Wolken hervor und erwärmt die Luft auf bestimmt 18 Grad, kein Regen fällt! Die Gegend ist wild und schön. Wir bekommen den einzigen Bären zu Gesicht, der sich hier noch aufhält! Von der hölzernen Aussichtsplattform hinter der Brücke. Man muss einige Tore passieren, die nicht von Bären geöffnet werden können, in einer bärenlosen Zeit aber aufhalten…    Die Kamera wird ganz hektisch mit dem Tele bestückt und die ersten Aufnahmen sind allessamt untauglich, weil der Autofokus nicht funktioniert. Panik macht sich breit. So weit angereist und bei der einzigen Chance, den Bären zu knipsen, versagt die Technik! Oder aber der Fotograf! Naja, man bekommt den Bären zu sehen, der aber schnell wieder in der Wildnis verschwindet. Von einem Ranger erfahren wir, dass es sich um eine junge Bärin handelt, ca. 2,5 Jahre alt – also ein Teenager – die täglich mehrere Runden macht. Hoffnung! Zum Zeitvertreib begeben wir uns zu den Wasserfällen, wo sich zur besten Zeit, die wir hofften zu erwischen, an die 20 Bären um die besten Lachsfangplätze streiten. Es springen immer noch vereinzelte Lachse die Wasserfälle hoch – sehr beeindruckend – aber null Bären erwarten sie.
Erneut macht sich große Enttäuschung breit. Man hatte mir bei der Buchung versichert, dass immer mindestens 5 Bären im Camp unterwegs sind. Dass es jetzt nur einer sein soll, ist sehr schade. Diesen einen erwischen wir später aber wieder mit funktionierender Technik und nur einer Handvoll Leute an der Aussichtsplattform. Und Bärin Indie – so nennen die Ranger sie nach dem berühmten Autorennen Indie 500, weil sie immer einen großen Kreis über mehrere Meilen läuft – sie gibt auf jeden Fall alles, hält sich lange und auch sehr nah in unserer Umgebung auf und angelt den einen oder anderen fetten Lachs aus dem hüfthohen, träge dahinfließenden Fluss. Das entschädigt!
Die Verpflegung im Camp ist auch zufriedenstellend, wenn auch teuer. Rustikal und nicht viel Auswahl, aber das, was angeboten wird, schmeckt. Alles in Buffetform. Frühstück US$ 18,- Mittag 22,- und Abendessen 35,-. Da kein Subway oder Burger King im Umkreis von ca. 500 Meilen sichtbar ist, nimmt man halt am Event teil. Abends gibt es auch Bier im Becher für 7 Dollar, das ‚Alaskan‘ ist allerdings nicht besonders toll. Es wimmelt von Schweizern und Ostdeutschen, wir kommen mit einem älteren Paar ins Gespräch, die schon länger mit einem Campmobil in Alaska unterwegs sind und einige erfreuliche Sichtungen anderer tierischer Genossen hatte. OK… Wir müssen also das nächste Mal wieder einen Camper buchen. 

05.08. – Dienstag
Trotz der Hellhörigkeit der Bretterbuden verschlafen wir die Nacht recht ungestört. Schnell unter die Dusche, ran ans Buffet und dann raus, um Indie noch eine Weilchen zu bestaunen.  Es ist windig und kühl, aber trocken. Mücken umschwirren uns seit gestern ununterbrochen, aber auch nicht so viele, wie befürchtet. Trotzdem ist das Antimückenspray, das wir uns gestern hier besorgt haben, ständig im Einsatz. Der Bär zeigt sich wider Erwarten nicht und wir schätzen uns glücklich, zumindest diesen einen gestern ausgiebig beobachtet zu haben. Man stelle sich vor, wir hätten nicht einen einzigen Bären gesehen…Katastrophe…
Bereits nach dem Frühstück hatte ich versucht, unsere Abreise vom Abend auf den Mittag vorzulegen und war erfolgreich! Leider war das Wetter zu schlecht für eine Bootstour zu der Stelle, wo einige Meilen weiter nördlich mehr Bären gesichtet wurden. Das wär zwar noch teurer geworden, aber was tut man nicht alles für die Sichtung von Viechern.
Um 13 Uhr verlassen wir das Camp und wieder geht es per Wasser- und anschließend per Propellerflugzeug zurück nach Anchorage. Vorher haben wir noch die einmalige Gelegenheit uns die Wartezeit mit der Besichtigung der Umgebung des Flughafens King Salmons zu vertreiben. Eine Mall ist in Laufweite. Neben einem Schuppen, der ein Restaurant sein soll, gibt es sogar noch einen Supermarkt. Sehr kleine Melonen für 11 US$ und eine Gallone Milch für läppische 10 Dollar zeigen, dass es einiges kostet, bis diese Luxusartikel hier angelandet werden können.
Wir landen gegen 17 h in Anchorage, sind schnell im Hotel und nehmen unseren zweiten Koffer wieder in Besitz, den wir tags zuvor deponiert hatten. Das Zimmer kennen wir auch schon. Dann laufen wir ein paar Meter zu einem Laden, der Red Robin heißt und das etwas andere Burger-Restaurant sein soll. Jedenfalls schmeckt uns unsere Auswahl sehr gut und auch das Bier erfrischt, später entspannen wir wieder im großzügigen Hotelzimmer.

06.08. – Mittwoch
Unsere heutige Etappe soll uns wieder nach Vancouver bringen. Im Hotel nehmen wir noch ein kleines Frühstück zu uns, dann bringt uns ein Shuttlebus zum Flughafen. Der Fahrer stammt aus der Dominikanischen Republik, die Mutter lebt in Hamburg mit einem deutschen zusammen. Deswegen und weil wir auch schon durch die Dom Rep gereist sind, unterhalten wir uns angeregt.
Am Flughafen erwartet uns dann das erste Mal ein kleines Chaos. Der Schalter ist rappel voll, lauter Rentner aus Israel! Obwohl wir diesen relativ kurzen Flug als einzige Teilstrecke unserer gesamten Reise in Economy fliegen, gehe ich zum Business-Schalter und frage, ob ich aufgrund meines Status nicht hier einchecken darf. Ja, dürfen wir. Also schnell die Taschen an allen Wartenden vorbei zu diesem freien Schalter und unter ärgerlichen Blicken von der anderen Schlange eingecheckt. Angenehm, wenn man nicht im Getümmel stehen muss. Natürlich kommen wir nicht in die Lounge, aber das ist relativ egal. Es ist sowieso interessanter zu beobachten, was auf dem Rollfeld alles ab- und anfliegt. Außerdem haben wir ja unser Tablet und können Fotos sortieren. Dann geht es auch schon los. Sämtliche israelische Rentner drängeln, als gäb es nur ein begrenztes Sitzplatzangebot im Flieger. Wir warten, bis der Trubel sich gelichtet hat und geben dann unsere Bordkarten ab. Das Bodenpersonal ist genauso belustigt wie wir vom Treiben der israelischen Passagiere und meint, dass wir ja eigentlich mit Priorität an Bord hätten gehen dürfen. Ich erkläre, dass wir keinen Aufstand provozieren wollten und ernte ein verständiges Lächeln. 
Im Flieger gibt es nach dem Start und Löschen der Anschnallzeichen große Unruhe, weil Israel in Massen den Gang blockiert und ein lautstarkes Happening inszeniert. Trotz mehrfacher Aufforderung, den Gang frei zu machen und die Plätz einzunehmen, wegen Sicherheit und auch weil man das Bordpersonal behindert, klappt es mit dem Hinsetzen erst, als der Kapitän mit Haftandrohung kommt. Sowas haben wir auch noch nicht erlebt. Etwas zu essen wird leider auch nicht angeboten. Das, was wir käuflich erwerben schmeckt nicht nach viel. Zum Glück hatten wir am Flughafen unter anderem einen Hot Dog aus Rentier probiert.
Nach der Landung würden wir gerne mitbekommen, was da noch in der Maschine passiert, aber wir sind lieber schnell raus aus dem Flughafen und lassen uns von einem Taxi in die nahe gelegene Travellodge chauffieren. Der Laden ist ziemlich rummelig, aber für unsere Zwecke reicht es vollkommen. Vor allem liegt ein sehr gutes Steakhouse nebenan, wo auch noch sehr hübsche Kellnerinnen bedienen. Nach diversen Bieren lässt der Schlaf nicht lange auf sich warten.

07.08. – Donnerstag
Zum Abschluss gibt es ein letztes Frühstück in einem Denny’s, zu Fuß rund 10 min entfernt. Auch hier ist es unüblich zu laufen, deswegen gibt es nicht überall Bürgersteige, aber wir kommen trotzdem heil hin und auch wieder zurück. Wir hängen noch etwas im Zimmer ab, bevor wir auschecken und per Shuttle zum Flughafen rollen. Alles ganz entspannt. Auch das Einchecken geht gemütlich von statten. Wir schauen uns noch im Duty Free um, finden aber alles sehr teuer. Zigaretten sind sehr gut versteckt, denn sie sind ja tödlich und keine bekannte Marke wird angeboten. Dann bringen wir eben keine mit. Also gibt es in der Lounge noch ein paar Snacks und dann bringt uns die Lufthansa wieder zurück nach Germany. Die große Kurve nach dem Start bietet uns noch einen letzten, herrlichen Blick auf Vancouver und die Umgebung, dann geht es ganz schnell der Nacht entgegen.

08.08. – Freitag
Egal in welcher Klasse man fliegt, die Ankunft ist nicht schön. Wir haben es noch nie geschafft, frisch aus Nordamerika anzukommen. Völlig gerädert suchen wir in Frankfurt die Lounge auf, um mal entspannt auf die Toilette zu gehen und evtl. einen Kaffee zu trinken.
Allerdings ist die Lounge proppenvoll und Entspannung geht anders. Naja, es ist ja nur noch ein kurzer Hüpfer bis Düsseldorf, auch wenn uns die Zeit jetzt lang wird. Die letzten 6 Tage mit 8 Flügen haben ihre Spuren hinterlassen. Nachdem wir unser Gepäck vom Band haben, können wir ganz beruhigt durch den Zoll schieben - so wenig, wie auf dieser Reise haben wir noch selten eingekauft – und entschließen uns, ein Taxi zu nehmen, das uns schließlich heil zuhause anliefert. Gesund, aber nicht munter… J

 


Fazit

Wer Wert auf Wildlife legt, sollte wirklich mit dem Camper unterwegs sein und sich die Zeit nehmen, abseits der Hauptstraßen längere Pausen einzulegen. Geführte Touren sind zwar teuer, aber auch jeden Dollar wert! Die Bären in Alaska sind "Lachsgesteuert", der Lachs hält sich nur an seinen eigenen Reiseplan. Wer garantiert einen Grizzly sehen möchte, sollte sich nicht für die Brooks Lodge entscheiden., weil es sich dort nur dann lohnt (2x im jahr), wenn der Lachs durch zieht. Wer Hiken, Biken, Raften und Paddeln möchte, findet alles im Überfluss!


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Gunnar Pfaeffle
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